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Hochsommer Hitze lässt Strompreise steigen

Atomkraftwerke abgeschaltet, kein Wind seit Wochen und Gaskraftwerke fahren runter - die hohen Temperaturen verknappen das Angebot. Die Kunden müssen sich auf steigende Preise einstellen.

Sonnenenergie
Wie sich der heiße Hochsommer auf die Stromrechnung auswirkt hängt auch davon ab, wie lange er noch dauert. Foto: dpa

Zudem wirkt von Anfang nächsten Jahres an die sogenannte Marktstabilisierungsreserve. Um Preise hoch zu halten, kann bis zu einem Viertel der Verschmutzungsrechte vom Markt genommen werden.

Offensichtlich werden nun Zertifikate gehortet – in der Hoffnung sie später noch teurer zu verkaufen. Diese Spekulation treibt die Notierungen immer weiter in die Höhe.

Umweltschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, dass die CO2-Zertifikate zu billig waren. Sie hätten damit für Kraftwerksbetreiber und Industrieunternehmen keinen Anreiz gegeben, sich klimafreundlich zu verhalten. Lange Zeit galt: Von 15 Euro an bekommen es Betreiber von Kohlekraftwerken richtig zu spüren. Allerdings fragen sich Umweltschützer nun, ob sich das hohe Preisniveau dauerhaft halten kann oder ob sich hier eine Spekulationsblase bildet. Die Energiehändler jedenfalls gehen davon aus, dass es mit den steigenden Preisen beim Strom so weitergeht. Das lässt sich am Terminmarkt ablesen. Dort werden zukünftige Stromlieferungen en gros gehandelt. Der Durchschnittspreis für Lieferungen innerhalb der folgenden zwölf Monate hat sich seit April 2016 so gut wie verdoppelt.

Atomausstieg rückt näher

Zuvor war es fast zehn Jahre lang tendenziell immer weiter nach unten gegangen. Der Hauptgrund: Mit dem Ausbau der Erneuerbaren wuchs das Stromangebot kontinuierlich. Zugleich liefen die alten konventionellen Kraftwerke immer weiter. Ein Überangebot entstand. Die Betreiber von Kohle- und Atomkraftwerken konnten aber bei den sinkenden Preisen immer mitgehen, da die Investitionen für diese Anlagen längst abbezahlt waren. Niedrige CO2- und Kohlepreise verstärkten diesen Effekt.

Doch Atommeiler werden künftig nicht nur bei Hitze heruntergefahren. Der Atomausstieg rückt näher. Ende 2022 soll Schluss sein. Schon nächstes Jahr geht das AKW Philippsburg vom Netz. Alte Steinkohlekraftwerke wurden schon stillgelegt und viele weitere könnten folgen: „Es gibt jede Menge Spekulationen über die Auswirkungen eines möglichen Kohleausstiegs“, erläutert Perez Linkenheil. Für ihn ist aufgrund dieses Szenarios klar: „Insofern die Rohstoffpreise der aktuellen Richtung folgen, werden die Strompreise in nächster Zeit weiter steigen.“ Buske sieht das ähnlich. Und er erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt: „Denn Versorgungsunternehmen, die jetzt am Terminmarkt langfristig einkaufen müssen, haben es mit einem erheblich höheren Preisniveau als vor zwei Jahren zu tun. Wenn die Großhandelspreise auf ihrem aktuellen Niveau bleiben, dann dürfte das zu spürbaren Preiserhöhungen für Stromkunden führen.“

Und was wird aus dem dämpfenden Effekt durch den Ausbau der Erneuerbaren? „Der durch den Ausbaupfad des EEG 2017 regulierte Ausbau erneuerbarer Energien hat in naher Zukunft nur einen geringen Einfluss auf die Strompreise“, sagt Perez Linkenheil. Die Bundesregierung hat bei der neuesten Variante des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) jährliche Obergrenzen für den Zubau bei Solar- und Windenergie festgelegt, die von Umweltschützern und der Branche der Erneuerbaren als Bremse für den Öko-Strom kritisiert werden.

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