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Hitze Speicher sind noch gut mit Trinkwasser gefüllt

Trotz Hitze und Dürre wird das Trinkwasser hierzulande nicht knapp.

Trinkbrunnen
Bei der Hitze heißt es: Trinken, trinken, trinken. Foto: dpa

An manchen Bäumen in Berlin hängen Zettel, auf denen aufgerufen wird, den durstigen Gehölzen doch etwas Wasser zu spenden. Doch nicht nur die Bäume, Wiesen und Felder lechzen in diesem besonders warmen und trockenen Sommer nach Wasser, auch die Menschen. „Wir haben eine deutlich höhere Wassernutzung als in anderen Sommern“, berichtet Astrid Hackenesch-Rump von den Berliner Wasserbetrieben. An mehreren Tagen habe der Trinkwasserverbrauch schon bei 850.000 Kubikmetern gelegen, normalerweise steige der Verbrauch im Sommer höchstens ein mal auf 750.000 Kubikmeter pro Tag.

Zumindest in Berlin aber muss sich niemand sorgen, dass aus dem Hahn kein Wasser mehr kommt. „Die Situation ist gut“, sagt Hackenesch-Rump. „Wir haben keine Kapazitätsprobleme.“ Die Hauptstadt profitiere von ihrer günstigen geografischen Lage in einem Urstromtal. „Die Eiszeit hat reichhaltige Grundwasserschichten hinterlassen, aus denen wir schöpfen“, erläutert die Sprecherin der Wasserbetriebe. Das Trinkwasser stamme aus dem Uferfiltrat von Havel und Spree sowie den Niederschlägen aus dem vergangenen Herbst und Winter.

Deutschland ist gut gegen Hitzewellen aufgestellt

Aber wie sieht es im Rest der Republik aus? Im Prinzip gut, heißt es beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin auf Anfrage. „Aufgrund der regenreichen Winter- und Frühjahrsmonate liegen die Grundwasser-Stände zumeist auf einem guten Niveau“, sagte Martin Weyand, Verbands-Hauptgeschäftsführer für Wasser und Abwasser. Auch die Trinkwasser-Talsperren seien noch gut gefüllt. Aus dem Harz, wo es eine ganze Reihe Talsperren gibt, wird allerdings gemeldet, dass sich die Speicher zunehmend leeren. Statt eines in dieser Jahreszeit üblichen Füllstandes von rund 70 Prozent seien es derzeit nur noch 56 Prozent, meldeten die Harzwasserwerke.

Auch der Magdeburger Wasserexperte Dietrich Borchardt sieht „bei der Quantität der Trinkwasserversorgung keine gravierenden Probleme“. Bei den Talsperren könnte es allerdings durch sinkende Wasserspiegel zu Qualitätsproblemen kommen, warnt der Professor vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. „Es könnten sich dort wegen der steigenden Nährstoff-Konzentration im Zusammenspiel mit den hohen Temperaturen giftige Blaualgen bilden, die für Badende gefährlich sein können und auch nicht ins Trinkwasser gelangen dürfen“, sagte er der FR. Daher sei es auch richtig, in dem Fall an den Talsperren Badeverbote auszusprechen, wie etwa im Juli an der Thülsfelder Talsperre (Niedersachsen) geschehen.

Vereinzelt kann es auch passieren, dass angesichts der hohen Wassernachfrage Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen oder das Leitungsnetz an ihre Grenzen kommen. So hat etwa der Wasserverband Südharz ein Verbot erlassen, Gärten, Spiel- und Sportplätze zu bewässern, Swimmingpools aufzufüllen oder Autos zu waschen. Darüber hinaus sollen die Bürger ihren Wasserverbrauch reduzieren. Aber: „Niemand muss aber auf eine kühlende Dusche oder ein kühlendes Bad verzichten“, so Weyand.

Deutschland ist dem BDEW zufolge als wasserreiches Land grundsätzlich gut gegen Hitzewellen aufgestellt. Von der sich jährlich erneuernden Wassermenge von insgesamt 188 Milliarden Kubikmetern würden jedes Jahr nur etwa 18 Prozent verwendet. Für die öffentliche Wasserversorgung würden gerade mal gut fünf Milliarden Kubikmeter pro Jahr genutzt, keine drei Prozent der Gesamtmenge.

Die Hauptquellen für die Trinkwasserversorgung sind laut BDEW zu 62 Prozent das Grundwasser und zu 30 Prozent das Oberflächenwasser - also Talsperren, Uferfiltrat oder Fluss- und Seewasser. Interessant auch: Seit dem Jahr 1990 ist die jährliche Fördermenge kontinuierlich zurückgegangen – insgesamt um rund ein Viertel.

An besonders heißen Tagen, wie auch in dieser Woche wieder, ist es wichtig, viel zu trinken. Inzwischen bieten viele Restaurants, Cafés und Einkaufsläden an, mitgebrachte Wasserflaschen nachzufüllen. Am Eingang sind solche Orte gekennzeichnet mit einem blauen Aufkleber mit Wassertropfen, dem Symbol für die Initiative „Refill“. Auf einer interaktiven Karte, die sie ins Internet gestellt hat (refill-deutschland.de), kann man sehen, wo die nächste Auffüllstation liegt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Heiße Zeiten

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