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Hilfsorganisationen Bis zu zwei Drittel der Spenden versickern

Der Globale Fonds gegen Aids hat die Verwendung seiner Hilfsgelder in Afrika untersucht. Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend: Im extremsten Fall fielen mehr als 60 Prozent der Gelder korrupten Beamten zum Opfer.

Auch Prominente wie U2-Sänger Bono helfen Spendengelder zu gewinnen. Foto: dapd

Vielen Experten gilt der Globale Fonds als vorbildliche Entwicklungshilfsorganisation, weil er die Anstrengungen und die Spenden vieler Geberländer bündelt und so gezielt gegen Aids, Tuberkulose und Malaria in mehr als 140 Ländern der Welt vorgehen kann. Auch Deutschland hat gerade versprochen, bis 2013 jährlich 200 Millionen Euro an den Fonds zu zahlen.

Nun aber wirft ein Bericht der US-Nachrichtenagentur Associated Press Zweifel an der Arbeit des Fonds auf: „Bei einem 21,7-Milliarden-Dollar-Entwicklungsfonds, der von Prominenten unterstützt wird und gelobt wurde als Alternative zur Bürokratie der Vereinten Nationen, werden bis zu zwei Drittel einiger Spenden von der Korruption aufgefressen.“ So hätten Untersuchungen ergeben, dass 67 Prozent des Geldes, das in HIV-Programme im nordafrikanischen Mauretanien floss, zweckentfremdet wurden. Das sei auch ein Schlag für Firmen wie Converse, Apple oder Nike, die U2-Sänger Bono gewann, Produkte zugunsten des Fonds zu verkaufen.

Die Hilfsorganisation selbst reagiert wenig überrascht – kein Wunder, denn die zitierten Untersuchungen unternahm sie selbst. „Zu unseren Prinzipien zählt völlige Transparenz der Mittelverwendung“, sagte eine Sprecherin zur FR. Deshalb werden alle der Nehmerländer regelmäßig kontrolliert, die Ergebnisse online veröffentlicht.

Das macht das Ausmaß der Korruption und Unterschlagung in einzelnen Staaten Afrikas nicht weniger erschreckend. So entdeckte der Fonds, dass in Programmen in Mali 36 Prozent seines Geldes verschwand, in Dschibuti 30 Prozent. Auf diese Extremfälle, nicht aufs Gesamtbudget, bezogen sich die Schlagzeilen. Fonds-Sprecher Jon Linden sagte, seine Organisation habe kein größeres Korruptionsproblem als jede andere Finanzorganisation, die im Süden arbeitet. Das Geld verschwinde ja nicht bei Mitarbeitern des Fonds, sondern bei korrupten Beamten, Politikern und Geschäftspartnern.

Dennoch betonte, der Fonds habe eine „Null-Toleranz-Politik“, arbeite mit zusätzlichen Kräften und lokalen Behörden an der Aufklärung der Fälle und mit einem Strategieplan gegen Korruption.

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