Lade Inhalte...

Hessischer Gründerpreis Ideen mit Erfolg

Drei Gründer aus den Bereichen Mode, Sport und Landwirtschaft sind für den 12. Hessischen Gründerpreis in der Kategorie "Innovative Geschäftsidee" nominiert.

07.11.2014 16:22
Timur Tinç
Katharina Hermes mit ihren Heelbopps. Foto: Privat

Katharina Hermes reist dieser Tage viel durch Europa. Die 30 Jahre alte Mode- und Schuhdesignerin war kürzlich in London, um ihren Heelbopp in einer Boutique in einer Seitenstraße der Old Bond Sreet – der teuersten Einkaufsstraße des Landes – zu präsentieren. „Es ist ziemlich gut gelaufen. Jetzt muss er nur noch verkauft werden“, sagt Hermes schmunzelnd. Der Heelbopp ist ein Aufsatz aus Kunststoff für hochhackige Schuhe mit Pfennigabsätzen. Zum einen, um nicht in Pflastersteinen, Wiesen oder sonstigem steckenzubleiben. Zum anderen ist er ein Accessoire für Frauen jeden Alters, um dem persönlichen Stil eine besondere Note zu geben. Für ihr Produkt ist die Frankfurterin für den 12. Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „innovative Geschäftsidee“ nominiert worden, der am 12. November in Gelnhausen vergeben wird.

"Made in Germany"

Zwei Jahre hat Hermes am Konzept für die Heelbopps gebastelt, hat sich mit zahlreichen Spritzgussfirmen und 3D-Zeichnern getroffen, um die richtige Form und Stabilität für ihren Absatz zu finden. „Ich bin jetzt Kunststoffexpertin“, erklärt die diplomierte Fashiondesignerin. Produziert werden die Heelbopps in der Hassia-Fabrik in Offenbach. Auf das Label „Made in Germany“, legt sie großen Wert. Im Mai 2013 hat Hermes die ersten 6000 Stück anfertigen lassen, zwei Monate später folgte die Präsentation auf einer Modemesse. Die erste Investition hat sie mit Erspartem finanziert. „Und jetzt läuft es von selbst“, sagt Hermes, die auch noch für Boger Leather Handtaschen designt.

Sechs Kollektionen von Heelbopps hat sie bereits angefertigt – vom schlichten, farbigen Kunststoff-Aufsetzer bis hin zum mit Swarovski-Steinen besetzten, lederüberzogenen Hingucker. Verkauft werden die Heelbopps in weltweit ausgewählten Boutiquen. Neben zahlreichen europäischen, auch jeweils einer in Kanada und Hongkong. „Ich überlege noch, einen Onlinestore zu machen“, sagt die Designerin.

Balance und Kraft stärken

Das hat Moritz Frederic Martin längst getan. Er verkauft die Produkte seines Unternehmens Sensorsports fast ausschließlich im Internet. 2009 hat der studierte Sportwissenschaftler seine Sport- und Trainingsgeräte, die sich unter anderem „Sensobar und Stand-Up-Paddling-Trainer“ nennen, auf den Markt gebracht. Die Geräte sind für den Hochleistungssportbereich sowie für die Physiotherapie konzipiert worden, um das Nerven- und Muskelsystem zu stimulieren und somit Balance und Kraft zu stärken.

„Es geht darum Leistungsreserven zu erschließen“, erklärt der 31-Jährige aus Linsengericht. Mit nur geringem Eigenkapital hat er mit einer sogenannten Ein-Euro-GmbH begonnen. „2010 habe ich dann ernst gemacht und die richtige GmbH gegründet.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Nicolai, einem Ingenieur, hat er die Geräte entwickelt. Das Sensoboard beispielsweise besteht aus einer Bodenplatte, einem Kugelgelenk und einer Topplatte, das durch Gummiseile fixiert wird.

Fleisch aus Automaten

Im vergangenen Jahr hat Martin 1000 Geräte verkauft. In diesem Jahr werden es rund 1400 sein von denen sehr viele ins Ausland wie die USA oder Brasilien gehen. „70 Prozent sind Privatkunden, 20 Prozent sind Fitnesscenter und zehn Prozent aus dem Hochleistungssport“, berichtet Martin.

Ausschließlich Privatkunden hat Margit Jung – auch wenn sie niemandem etwas persönlich verkauft. Das erledigen vier Automaten, die Eier, Käse, Wurst und Fleisch vom Angusrind und weitere Produkte aus der Region in dem 400-Seelen-Dorf Fronhausen-Bellnhausen bereithalten. „Wir stellen eine wahnsinnige Nachfrage nach regionalen Produkten fest“, sagt die Hauswirtschaftstechnikerin, die die Automaten im Frühjahr gekauft und im Juni den ersten „Hessischen Automatenhofladen“ eröffnet hat. Bezahlt hat sie das aus eigener Tasche. Täglich füllt sie die 36 Automatenfächer ein bis zweimal nach und verkauft 700 Eier, erklärt Jung, die ihren Bauernhof in Sichtweite der Automaten hat.

Die Idee mit den Automaten sei eine Notlösung gewesen, berichtet sie. „Wir hätten gerne eine alte Scheune im Dorf gekauft und zu einem Direktvermarktungsgeschäft ausgebaut“, Dass das nicht geklappt hat, ist, im Nachhinein betrachtet, ein Glück. Angebote und Ideen, wie es weitergehen soll, hat Jung zur Genüge.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen