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Hessischer Gründerpreis Deutschland, Gründerland?

Die Start-up-Szene hierzulande ist so aktiv wie nie – und das nicht nur in Berlin. Auch in der Rhein-Main-Region bewegt sich einiges.

Hackathon der DZ Bank
Kreatives Chaos: Beim Frankfurter Hackathon der DZ Bank im im Mai rauchten die Köpfe. Foto: Peter Jülich

Die Inszenierung stimmt. Mal wieder. Freigelegte Lüftungsschächte, von der Decke hängende Elektrokabel, ein Publikum, das auf zusammengezimmerten Holzboxen sitzt und ein Redner, der zu Tränen gerührt ist. 

Ram Shoham hält sich an seinem Mikrofon fest, als ihn die Emotionen übermannen. 2016 hat er gemeinsam mit Maria Pennanen den Accelerator Frankfurt gegründet. Er Israeli, sie Finnin. Kennengelernt haben sie sich durch die Arbeit – in Shanghai. Nun helfen sie in Hessen, Deutschland, jungen Unternehmen zum Erfolg zu kommen.

Shoham erzählt dem Publikum aus Investoren, Managern und Gründern an diesem Frühlingsabend von seiner Zeit als Profi-Surfer. Wie er jahrelang trainierte, wie es am Ende auf die eine perfekte Welle ankam, wie sie anrollte und wie sie ihn auf ein neues Karrierelevel trug. Wie man hart dafür arbeiten muss, damit einen das Glück findet, und dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss. Shoham glaubt, dass dieser richtige Ort derzeit die Mainmetropole ist. „Frankfurt ist ein fantastischer Standort“, sagt er. Es gebe in der Region viele Talente, gute Universitäten und eine aktive Investorenszene.

Das sind ungewohnte Worte. Doch die Stadt- und hessischen Landespolitiker wird es freuen – dachte man, wenn es ums Gründen in Deutschland ging, bisher doch eher an Berlin. Doch hat sich in der Rhein-Main-Region in den vergangenen Jahren viel getan. Gründerzentren, Netzwerke, Veranstaltungen und Start-ups – insbesondere, aber nicht nur im Finanzbereich – schossen wie Pilze aus dem Boden. Entstanden ist, wie es in der Szene gerne genannt wird, ein Ökosystem. Initiativen, die sich gegenseitig stützen und befruchten, und so allen Beteiligten das Leben einfacher machen. 

Die Ziele werden dabei nicht gerade niedrig gesteckt. Seit Februar gibt es den Fintech-Masterplan des Landes Hessen, mit dem die Rhein-Main-Region binnen fünf Jahren zum weltweit führenden Zentrum für Finanz-Start-ups werden soll. Bis 2022 sollen 1000 Gründungen in der Region angesiedelt sein, die Hälfte davon Fintechs. Das sind hochfliegende Pläne, die die Gefahr einer Bruchlandung bergen. Doch das Potenzial für einen Erfolg ist da.

„Das Frankfurter Start-up-Ökosystem wächst schnell und hebt sich durch eine starke Gemeinschaft hervor“, sagt JF Gauthier, der Chef von Start-up Genome ist, einem Unternehmen, das Städte auf der ganzen Welt dabei berät, eine lokale Gründerszene zu schaffen, die Strukturen und den Geist des Silicon Valley zwar nicht zu kopieren, aber zu adaptieren. Denn natürlich schielt man ständig an die US-Westküste, wo Unternehmen wie Tesla, Facebook oder Apple, um nur die prominentesten zu nennen, in Serie produziert werden.

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