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HeidelbergCement ersetzt Salzgitter im Dax

Wechsel im Dax: Deutschlands größter Baustoffkonzern HeidelbergCement ersetzt im Leitindex das Stahlunternehmen Salzgitter.

05.06.2010 14:58
Abösung: Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ersetzt im Dax das Stahlunternehmen Salzgitter.

Frankfurt/Main. Wechsel im Dax: Deutschlands größter Baustoffkonzern HeidelbergCement ersetzt im Leitindex das Stahlunternehmen Salzgitter.

«Damit haben wir ein wichtiges Unternehmensziel für 2010 erreicht», sagte HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele nach der Entscheidung der Deutschen Börse von Freitagabend. Im Zuge der Umbaus kam außerdem Kabel Deutschland knapp zweieinhalb Monate nach dem Börsengang in den MDAX für mittelgroße Unternehmen.

«Der Aufstieg in den DAX macht uns insgesamt attraktiver für die Kapitalmärkte und eröffnet uns neue Anlegergruppen», sagte der HeidelbergCement-Chef den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX am Freitag. Neben zusätzlichen Index-Investoren erwartet er auch eine Stärkung der deutschen Aktionärsstruktur. Unter den 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands zu sein, rückt ein Unternehmen stärker in den Fokus der Anleger.

Zudem werde die Mitgliedschaft im Dax der Position von HeidelbergCement als einer der weltweit führenden Baustoffhersteller mit starken internationalen Marktpositionen in Europa, Nordamerika, Afrika und Asien-Pazifik gerecht. Konkurrenten wie etwa die Schweizer Holcim oder auch Lafarge aus Frankreich sind schon seit Jahren in den Leitindizes ihrer Heimatländer gelistet.

Vor einem Jahr steckte HeidelbergCement in Schwierigkeiten. Auf dem 1873 gegründeten Traditionsunternehmen, das einst mehrheitlich zum Merckle-Familienimperium gehörte, lastete ein Schuldenberg aus dem 14 Milliarden Euro teuren Kauf des britischen Konkurrenten Hanson. Die in der Finanzkrise steckenden Banken wurden unruhig. Im Juli 2009 sollte ein großer Teil der Kredite fällig werden. Über Notverkäufe oder gar eine Pleite wurde spekuliert.

Doch Scheifele brachte das Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung, erfolgreichen Verhandlungen mit Banken und einem rigiden Sparplan wieder auf Kurs. Er peilte seitdem auch den Aufstieg in die erste Börsenliga an.

Kabel Deutschland (KDG) hatte Ende März als erstes größeres Unternehmen seit mehr als zwei Jahren den Gang an die Börse gewagt. Von den rund 760 Millionen Euro, die der Börsengang einspielte, hatte das hochverschuldete Unternehmen allerdings nichts. Das Geld floss komplett an Eigentümer wie die US-Beteiligungsfirma Providence. KDG versorgt in 13 Bundesländern rund 8,9 Millionen Haushalte. (dpa)

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