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Hannover Messe Schau der lernenden Maschinen

Auf der Hannover Messe dreht sich bis Freitag alles um die smarte Fabrik von morgen. Gezeigt wird der neueste Stand bei den Möglichkeiten der Digitalisierung und der Vernetzung von Produktionsabläufen.

Hannover Messe 2018
Mensch und Roboter in Kollaboration: Entwickler Christian Trapp interagiert bei der Hannover Messe mit einem Roboterarm. Foto: dpa

In dieser Woche wird es wieder viele Bilder und TV-Berichte mit Roboter-Greifarmen geben, die Politikern die Hand schütteln oder vielleicht rohe Eier der Größe nach sortieren. Die Automaten und deren Extremitäten sind zu den Erkennungszeichen der Hannover Messe (23. bis 27. April) geworden, die am Sonntagabend von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet wurde. 

Jochen Köckler, Chef der Messegesellschaft, rückte denn auch schon Wochen vor dem offiziellen Startschuss durch die Regierungschefin die „mitdenkende Fabrik“ in den Vordergrund. Dort ist einerseits immer häufiger Kollege Roboter im Einsatz. Andererseits machen Köckler und diverse IT-Unternehmen darauf aufmerksam, dass nun auch noch die sogenannte künstliche Intelligenz (KI) dort Einzug halte. 

Das ist etwas nicht mehr ganz so Anschauliches wie die Greifarme, soll aber deren Tätigkeit erheblich produktiver machen. Das offizielle Motto lautet: „Integrated Industry – Connect & Collaborate“. Stephan Gillich, KI-Experte beim weltgrößten Chiphersteller Intel, beschreibt den Nutzen lernender Maschinen: Ein Unternehmen könnte beispielsweise ein System entwickeln, das mit Kameras die Produkte kontrolliert, die eine Maschine fertigt. „Mit der KI-Analyse der Videos können nun Abweichungen entdeckt werden. Werden diese tatsächlich gefunden, ist es möglich, automatisch die Einstellungen der Maschine so zu verändern, dass wieder fehlerfrei produziert wird“, so Gillich in einem Interview mit der FR. So ein System kann helfen, den Ausschuss erheblich zu verringern, Lieferfristen zu verkürzen, Kosten zu drücken. 

Köckler ist denn auch davon überzeugt, dass Manager und Unternehmer gut daran tun, sich jetzt genau anzuschauen, was in Hannover präsentiert wird. Denn Innovationszyklen würden immer kürzer. Was früher ein Jahr in der technischen Entwicklung war, sei heute ein Quartal. 

Solche mehr oder weniger dezent ausgesprochenen Appelle gehören zu den kommunikativen Ritualen der Hannover Messe. In den nächsten Tagen wird es nicht an Statements fehlen, die davor warnen, dass die deutsche Industrie aufpassen muss, rechtzeitig auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen, ansonsten drohe ein schwerwiegender Rückfall. Sabine Bendiek, Deutschland-Chefin von Microsoft, gehörte zu den Ersten. Zwar sei in den Unternehmen inzwischen angekommen, wie wichtig es sei, sich der digitalen Transformation zu stellen. Aber jetzt gehe es darum, Geschwindigkeit aufzunehmen. Natürlich sagt das Bendiek nicht ohne Eigeninteresse. Die Hannover Messe ist die mutmaßlich weltgrößte Marketing-Plattform für avancierte IT-Anwendungen in Unternehmen. Immerhin werden mehr als 200 000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet, die sich das Neueste von rund 5000 Ausstellern anschauen wollen – 60 Prozent davon kommen inzwischen aus dem Ausland.

Bendiek und ihre Leute wollen in Hannover unter anderem „Mixed-Reality-Lösungen“ verkaufen, die in den Fabriken von Mercedes-Benz bereits eingesetzt werden. Die Beschäftigten tragen Computerbrillen, die auf ihren Gläsern Virtuelles anzeigen – etwa welche Handgriffe nötig sind, um ein Bauteil für einen neuen Mercedes zu montieren oder welche Schrauben zu drehen sind, um eine Maschine zu reparieren. 

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