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Handelskrieg Die EU ist die Dumme

China und die USA können mit den Auswirkungen des Handelsstreits besser leben als die Länder der Europäischen Union. Ein Kommentar.

Im laufenden Handelskrieg wird der US-Regierung gerne vorgerechnet, dass die Weltwirtschaft mittlerweile so verwoben ist, dass auch US-Unternehmen und –Verbraucher zu den Leidtragenden der Strafzölle gehören werden. Doch überzeugt dieses Argument nicht, denn Kriege führt man nicht, um Schäden zu vermeiden, sondern um zu gewinnen.

Ganz offensichtlich geht es Präsident Donald Trump im Handelsstreit ums Prinzip und dafür ist er bereit, das eigene Lager Verluste hinnehmen zu lassen. Gleichzeitig hat Trump per Steuerreform dafür gesorgt, dass Amerikas Unternehmen für eventuelle Schäden kompensiert werden. Im vergangenen Quartal bescherte die Steuersenkung den US-Aktiengesellschaften einen Gewinnsprung um 27 Prozent.

Der Preis dafür sind massive Steuermindereinnahmen der US-Regierung, die zum Ausgleich hunderte von Milliarden an Krediten aufnimmt. Die geschätzten sechs Billionen Dollar neue Schulden in den nächsten fünf Jahren sind Washingtons Waffe im Kampf um die Dominanz auf den Weltmärkten, die derzeit per Handelskrieg durchgesetzt werden soll.

Zur Waffe des Kredits kann allerdings auch die chinesische Regierung greifen, indem sie über ihre Staatsbanken den Unternehmen des Landes neue Finanzmittel zukommen lässt. Lediglich die dritte große Streitpartei steht eher dünn da: die EU, deren Mitglieder wenig finanziellen Spielraum haben. Zwar haben die meisten von ihnen geringere oder gleich große Schulden wie die Amerikaner. Allerdings begrenzt ein strenges Regelwerk ihre Neuverschuldung. Über Europas Selbst-Diktat der Sparsamkeit dürften die Regierenden in Peking und Washington nur den Kopf schütteln.

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