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Großkonzerne Aufstieg der Superstars

Wenige Riesen dominieren weltweit ihre Branche. Die Konzentration von Geld und Macht verändert die Wirtschaft.

Mark Zuckerberg
Marc Zuckerberg hat mit seinem sozialen Netzwerk Facebook einen steile Karriere hingelegt. Foto: Imago

Wer erinnert sich noch an das Goggomobil? Der putzige Kleinwagen erfreute sich im Nachkriegs-Westdeutschland großer Beliebtheit. Doch 1968 wurde der Hersteller Hans Glas GmbH von BMW übernommen und verschwand im Jahr darauf – wie so viele Autobauer. Von den elf unabhängigen deutschen Firmen der Fünfziger sind heute noch drei Großkonzerne übrig: BMW, Daimler und Volkswagen. In Frankreich haben von 20 Autobauern zwei überlebt, in Italien einer, in Großbritannien keiner. Die Autobranche gilt als ein Modell für Marktkonzentration und Kapitalzentralisation. Und dieser Trend setzt sich fort, in allen Ländern und Sektoren: Weltweit dominieren wenige Riesen ihre Branchen. Der Aufstieg der „Superstar-Firmen“ hat weitreichende Folgen für Wirtschaft und Einkommensverteilung.

Die westeuropäische Autoindustrie erlebte ihre große Konsolidierung in den fünfziger und sechziger Jahren – aus rund 70 Anbietern wurden bis 1960 laut Unternehmensberatung KPMG 27. Anfang der Achtziger zählte der Markt nur noch zehn eigenständige Spieler, heute sind es sechs: Neben den deutschen existieren noch Fiat, PSA und Citroen. Alle anderen wurden aufgekauft oder gingen pleite. Die Überlebenden sind zu Giganten geworden.
Ähnliche Entwicklungen gibt es in anderen Branchen. Der Schweizer Ökonom David Dorn erkennt eine „wachsende Marktkonzentration in allen Sektoren der US-Wirtschaft“ – Einzelhandel, Industrie, Energie, Transport und Finanzen. Die Daten deuten laut Dorn darauf hin, dass die Bewegung in Europa in die gleiche Richtung geht.

Augenfällig ist sie derzeit im Chemie- und Agrarsektor. Dort führen Milliardenfusionen großer Konzerne wie Bayer/Monsanto, Dow/Dupont, Potash/Agrium oder ChemChina/Syngenta zur Ballung von Geld und Macht. Das Expertenpanel Ipes warnt vor einer „nie dagewesenen Konsolidierung und immer größeren Spielern in der Verarbeitung und Verteilung“. Die zehn größten Konzerne beherrschten im Sektor Saatgut nun drei Viertel des Weltmarkts, in der Agrochemie 84 und bei Landmaschinen 65 Prozent. „Farmer werden immer abhängiger von einer Handvoll Lieferanten und Abnehmer“, beklagt Ipes.

Die Schnellen fressen die Langsamen

Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen fressen die Langsamen – so hieß es noch Anfang der 2000er Jahre, als neue Internet-Firmen auf den Markt strömten. Doch ist daraus nichts geworden. Denn in der globalen Konkurrenz bietet Kapitalmacht unzählige Vorteile. Große Firmen können leichter rationalisieren, da sie Anschaffungskosten für neue Maschinen auf große Stückzahlen umlegen können. Die Massenproduktion verschafft Kostenvorteile. Größe ermöglicht globalen Vertrieb, große Budgets für Werbung und Innovation – die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bestreiten vor allem die Branchenriesen. Sie können sich zudem ein Heer von Spezialisten, Anwälten und Steuerberatern leisten, um ihre Kosten zu drücken. 

„Size matters“ – auf die Größe kommt es an, stellte schon vor zwei Jahren die Unternehmensberatung McKinsey fest. „Große Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz profitieren am stärksten vom globalen Aufschwung“, so McKinsey. Unter den Aktiengesellschaften fahren die größten zehn Prozent 80 Prozent aller Gewinne ein. Die Multis bestreiten 80 Prozent des globalen Handels. 

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