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Griechenland Statistik-Sirtaki

Brüssel rügt die kreative Buchführung Griechenlands. Das dortige Haushaltsdefizit könnte noch höher ausfallen als bisher gedacht. Investoren fordern einen höheren Risikoaufschlag.

13.01.2010 00:01

Das Haushaltsdefizit Griechenlands könnte nach Einschätzung der Europäischen Kommission noch höher ausfallen als bisher gedacht. Das nationale Statistikamt sei am Gängelband der Politik und könne deshalb keine zuverlässigen Daten produzieren, urteilt die EU-Behörde in einem Bericht. Solange diese Schwächen nicht behoben seien, bleibe die Zuverlässigkeit der Daten fragwürdig.

In EU-Kreisen hieß es am Dienstag, die Kommission werde gegen Griechenland wegen der Manipulation seiner Statistiken rechtlich vorgehen. Das Land hat das Vertrauen an den Finanzmärkten verspielt, nachdem es mehrfach beim Frisieren seiner Schuldenstatistik ertappt worden war.

Im Herbst hatte die neu gewählte sozialistische Regierung die Vorhersage für das Defizit 2009 auf 12,7 Prozent revidiert - mehr als doppelt so hoch wie unter der Vorgängerregierung angegeben. Die Neuverschuldung für 2008 wurde auf 7,7 von fünf Prozent korrigiert.

Das europäische Statistikamt Eurostat könne die jüngsten Zahlen aus Griechenland nicht bestätigen, die Defizitdaten von 2008 und früheren Jahren müssten womöglich erneut revidiert werden, erklärte die EU.

Wegen der Schuldenkrise fordern auch Investoren in griechische Anleihen einen höheren Risikoaufschlag. Athen konnte am Dienstag zwar am Kapitalmarkt 1,6 Milliarden Euro über kurzfristige Papiere einsammeln. Mit 2,2 Prozent musste sie den Anlegern für einjährige Anleihen aber rund 1,3 Prozentpunkte mehr an Zinsen zahlen als im Oktober. Infolgedessen gerieten Bankaktien an der Börse in Athen unter Druck. Der Index sackte um mehr als sieben Prozent ab.

Nächste Woche will die Regierung in Athen den bereits mit der EU-Kommission besprochenen Plan zum radikalen Schuldenabbau in Brüssel vorlegen. Absegnen müssen ihn die EU-Finanzminister, die kommende Woche über die Lage in Hellas sprechen. (rtr/cri)

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