Lade Inhalte...

Griechenland Der Staat gesundet - das Volk ist pleite

Griechenland wird im Sommer aller Voraussicht nach kein frisches Geld aus den EU-Hilfsprogrammen mehr brauchen. Das Volk hingegen schuldet ihrem Fiskus fast 100 Milliarden Euro.

Lage in Griechenland
Griechenland: Ein Mann sammelt Pappe vor einer Bank. Foto: dpa

Ab dem 1. Mai dieses Jahres werden alle Zwangsversteigerungen in Griechenland zu Gunsten der öffentlichen Hand digital über die Bühne gehen. Im Ernstfall verliert man dann für ein paar Hundert Euro Steuerschulden sein Haus oder seine Wohnung – mit einem Mausklick. Dies hat die Athener Regierung mit den öffentlichen Gläubigern als Auflage für die Freigabe von Kredittranchen aus dem 3. Kreditprogramm vereinbart.

Die Steuerschulden wachsen und wachsen

Doch die Griechen schulden nicht nur dem Staat Geld. Die offenen Sozialbeiträge bei den gesetzlichen Sozialkassen, die von Selbstständigen, Freiberuflern oder Arbeitgebern nicht entrichtet wurden, belaufen sich mittlerweile auf mehr als 35 Milliarden Euro. Auch das Volumen fauler Bankkredite, die mehr als 90 Tage nicht bedient wurden, sind seit Ende 2009 in die Höhe geschnellt: Von rund 20 Milliarden auf 102 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu mögen die offenen Stromrechnungen in Höhe von gut zwei Milliarden und die offenen Wasserrechnungen in Höhe von etwa 300 Millionen Euro beinahe wie Peanuts erscheinen.

Das Problem: In Griechenland existiert, anders als zum Beispiel in Deutschland, keine generelle Regelung für Privatinsolvenzen. Und dies, obgleich dies heute in Hellas dringender als je zuvor wäre. So wachsen und wachsen die Steuerschulden, die offenen Sozialbeiträge, die Problemkredite sowie die offenen Strom- und Wasserrechnungen, alleine schon wegen der hohen Verzinsung.

Wer will da noch behaupten, Griechenland sei auf einem guten Weg? In Griechenland jedenfalls fast keiner.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen