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„Greentec Awards 2015“ Nur noch schnell die Welt retten

Die „Oscars der Ökologie“ für grüne Technologien und Projekte prämieren die prosperierende Umwelttechnik. Im Berliner Tempodrom werden insgesamt 14 Auszeichnungen für umweltfreundliche Technologien, Produkte und Projekte verliehen.

Mode aus überschüssiger Milch: Die Firma Qmilch stellt die Fasern dafür her. Foto: qmilk

Normalerweise kennt das Navi nur Straßen. Schnelle Route, Route mit Autobahn, Route ohne Autobahn, vielleicht auch noch die Stauumfahrung. Der „multimodale Routenplaner“, den BMW entwickelt hat, kann viel mehr. Er zeigt den Weg zum gewünschten Ziel unter Berücksichtigung günstiger Umsteigemöglichkeiten auf Bus, Tram und Zug. Der Fahrer bekommt die sich ergebenden Gesamtfahrzeiten, den idealen Umsteigepunkt, gegebenenfalls den Weg zum Park-and-Ride-Parkplatz gezeigt. Der Sinn dahinter: Der CO2-Ausstoß und die Verkehrsbelastung der Städte sollen verringert werden.

Aumerksamkeit für Umweltprobleme

Der neue Routenplaner ist einen „Oscar der Ökologie“ wert, meinte die Jury, die die Auswahl für die „Greentec Awards 2015“ traf. Am Freitagabend wurden die insgesamt 14 Auszeichnungen für umweltfreundliche Technologien, Produkte und Projekte auf einer Gala im Berliner Tempodrom mit rund 1000 geladenen Gästen verliehen. Neben dem Navi prämiert sind damit zum Beispiel ein geschäumter Dämmstoff aus Holz, ein Ökostrom-Versorgungsnetz für ländliche Regionen und ein Dünger, der aus Abwasser hergestellt wird. Vergeben werden die Awards in 14 Kategorien – von Automobilität über Bauen und Wohnen, Energie sowie Recycling und Ressourcen bis Lifestyle.

Die „Greentec Awards“ gibt es seit 2008. Die Verleihung erfolgt jährlich. Die Idee der beiden Initiatoren, Marco Voigt und Sven Krüger, war es, den Umweltproblemen und vor allem den Lösungen dafür mit Hilfe von Prominenten mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen – in den Medien und in der Öffentlichkeit. Eine „Bühne für grüne Ideen“. Diesmal traten auf der Gala Promis wie Désirée Nosbusch, Wladimir Klitschko und Franziska Knuppe als Moderatoren oder Laudatoren auf. Die Sängerin Nena bekam den „Sonderpreis Music“, in früheren Jahren waren etwa Rea Garvey oder Morton Hacket („a-ha“) dabei. Das Konzept funktioniert offenbar, die Greentec Awards gelten inzwischen als bekanntester Preis für ökologische Innovationen in Europa. Rund 100 000 Bürger haben sich an einer Onlineabstimmung über die eingereichten Projekte beteiligt.

Umwelt- und Effizienztechnik made in Germany hat in Fachkreisen weltweit einen guten Ruf. Der Umsatz der Branche beträgt über 350 Milliarden Euro jährlich, sie bietet rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze, und der Weltmarktanteil beträgt stolze 14 Prozent. In der Öffentlichkeit jedoch, so der Unternehmensberater und Ingenieur Voigt zur FR, hätten die Ökoinnovationen lange kein so gutes Image gehabt. Auch deswegen die Idee zu den Greentec Awards mit Promi-Faktor, „so wie man das sonst eher aus den USA kennt“. Es sei eine Art „Ökoparty, zu der alle etwas mitbringen“.

Grüner Teppich für Promis

Voigt hat deswegen auch keine Berührungsängste. Dass zum Beispiel der Sportwagenbauer Porsche unter den Sponsoren der Gala war, verteidigt er vehement. „Die passen perfekt zu uns“, meint Voigt. Schließlich arbeite auch Porsche intensiv an umweltfreundlichen Autokonzepten. „Wir wollen Lösungen voranbringen“, sagt der Ingenieur, „nicht mit Verboten arbeiten.“ Räumt dann aber auch ein, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit politische Vorgaben brauchen. „Die Politik muss schon die Rahmenbedingungen setzen.“

Die Preisträger schritten im Tempodrom übrigens nicht über einen roten, sondern einen grünen Teppich – hergestellt aus recyceltem Kunststoff, der aus den Ozeanen gefischt worden war.

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