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Greenpeace Gefährliche Chemie in Outdoor-Kleidung

Greenpeace moniert, dass viele Outdoor-Marken mit unberührter Landschaft und dem Image der Naturverbundenheit werben - und gleichzeitig ihre Produkte mit dem krebserregenden Stoff PFC versetzen.

Ein neuer Test zeigt, dass Outdoorjacken teils hohe Konzentrationen von per- und polyfluorierten Chemikalien enthalten. Diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Foto: dpa

Outdoor-Marken werben mit unberührter Landschaft und dem Image der Naturverbundenheit, schädigen aber zugleich die Umwelt. Das kritisiert zumindest die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Ein neuer Test von Outdoorjacken, Schuhen oder Schlafsäcken belege, dass sich an der Praxis, bedenkliche Chemikalien zu verwenden, entgegen vieler Bekenntnisse von Herstellern seit 2012 kaum etwas geändert hat, rügt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. 36 von 40 soeben getesteten Outdoor-Artikeln hätten teils hohe Konzentrationen von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) enthalten. Diese stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu schädigen, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen oder Tumorwachstum zu fördern. Besonders besorgniserregend ist laut Santen vor allem, dass über ein Viertel der Ware mit der PFC-Variante PFOA belastet war, die als krebserregend gilt.

Höchste Konzentrationen wiesen Wanderschuhe aber auch ein Schlafsack auf. Letzteres stuft Santen als besonders gefährlich ein. In Schlafsäcken liege man die ganze Nacht, sie bedecken den ganzen Körper und man atme die ausdünstenden Substanzen ein.

Anderseits zeige der Test mit vier PFC-freien Produkten, dass die Chemikaliengruppe nicht zwingend nötig sei, um Bekleidung wasserdicht und schmutzabweisend zu machen. So würden Hersteller wie Fjällräven PFC-frei fertigen, andere wie Jack Wolfskin hätten PFC-freie Kollektionen.

Mit ihrer internationalen Detox-Kampagne gegen die Verwendung von PFC in Outdoor-Produkten hat Greenpeace einige Wirkung erzielt. Sportartikler wie Adidas haben für 2018 PFC-freie Produktion versprochen, andere Hersteller bis 2020. Insgesamt 35 Marken haben sich bislang zu diesem Ziel bekannt. Zugleich werben sie um Verständnis, weil es nicht einfach sei, Ersatzstoffe oder -materialien zu finden, die Wasser und Schmutz vergleichbar abweisen. „Wir haben noch keine perfekte Alternative gefunden“, sagt der Marketing-Chef der Outdoor-Marke Salewa, Reiner Gerstner.

Aus Umweltsicht ist PFC so bedenklich, weil die Stoffgruppe extrem langlebig ist. PFC wandert mit Luft und Wasser. Belegt ist eine Verbreitungsgeschwindigkeit von 7000 Kilometern in 20 Tagen. Der Stoff findet sich in der Leber von Eisbären, entlegenen Gebirgsseen chilenischer Nationalparks, aber auch Trinkwasserreservoirs wieder.

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