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Gentechnik BASF verlagert grüne Gentechnik in die USA

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF gibt den europäischen Markt für Pflanzenbiotechnologie weitgehend auf. Grund dafür sei die fehlende Akzeptanz der Pflanzengentechnik in weiten Teilen Europas. Die Zentrale in Limburgerhof nahe Ludwigshafen soll nun in den US-Bundesstaat North Carolina verlegt werden.

16.01.2012 15:30
Paukenschlag aus Ludwigshafen: BASF verlegt die Zentrale seiner Tochter für grüne Gentechnik in die USA. Foto: dpa

Wegen der breiten Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft in Europa verlagert der deutsche Chemiekonzern BASF diese Sparte komplett in die USA. Die Zentrale der BASF-Pflanzengentechnik werde von Limburgerhof nahe Ludwigshafen in den US-Bundesstaat North Carolina verlegt, teilte BASF am Montag in Ludwigshafen mit. BASF will sein Geschäft mit der Gentechnik künftig auf Nord- und Südamerika konzentrieren.

BASF sei davon überzeugt, dass die grüne Gentechnik „eine der Schlüsseltechnologien“ des 21. Jahrhunderts sei, erklärte das Unternehmen. Es fehle aber „in weiten Teilen Europas immer noch die entsprechende Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker“. Investitionen in Produkte, die ausschließlich auf den europäischen Markt ausgerichtet seien, seien daher nicht sinnvoll, erklärte BASF-Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski. BASF wolle sich deshalb „auf die attraktiven Märkte in Nord- und Südamerika und die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren“.

Die Entwicklung und der Verkauf aller Produkte, die allein für den europäischen Markt gedacht waren, werden daher gestoppt. Dies betreffe die gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln Amflora, Amadea und Modena, die gegen Kraut- und Knollefäule resistente Kartoffel Fortuna, eine weitere Stärkekartoffel sowie eine gegen Pilzbefall resistente Weizensorte, teilte BASF mit. Um alle Optionen für die Kartoffelprodukte zu erhalten, sollten bereits eingeleitete Zulassungsprozesse aber fortgeführt werden.

Proteste gegen Genkartoffeln

Amflora war 2010 nach einem 13-jährigen Verfahren für die Produktion von Industrie-Stärke zugelassen worden. 2011 wurde die Sorte - auch wegen starker Proteste - in Deutschland und Schweden auf ganzen zwei Hektar angebaut.
Die Bereiche Entwicklung und Forschung will BASF Plant Science künftig an drei Standorten bündeln: Raleigh in North Carolina, Gent in Belgien und in Berlin. In der Bundeshauptstadt will BASF das Biotechnologie-Unternehmen Metanomics ausbauen. „Obwohl in Europa die Bedingungen für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht vorteilhaft sind, gibt es sowohl in Berlin als auch in Gent Forschungsinstitute und Universitäten mit Weltruf“, erklärte Peter Eckes, Geschäftsführer von BASF Plant Science. Die „branchenführende Forschung“ solle an diesen Standorten weiter vorangetrieben werden.
Geschlossen werden sollen hingegen die Standorte in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) und im schwedischen Svalöv. In Limburgerhof und Gatersleben zählt BASF zusammen 214 Mitarbeiter. Davon sollen rund 120 Stellen nach Raleigh verlagert werden, knapp 80 Stellen will die Gentechnik-Sparte in den nächsten zwei Jahren streichen. Soweit möglich wolle BASF den betroffenen Mitarbeitern Stellen innerhalb der Unternehmensgruppe anbieten, hieß es. Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums wollte den Entschluss von BASF nicht kommentieren. (afp)

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