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Gelungenes Börsendebüt für Osram

Der Lichtspezialist Osram hat ein gelungenes Börsendebüt gefeiert. Die Aktien der früheren Siemens-Tochter gingen am Montagabend zwar mit 23,80 Euro und damit unter dem Startkurs von 24,00 Euro aus dem Handel. Analysten sprachen aber insgesamt von einer freundlichen Aufnahme.

08.07.2013 18:29
Osram
Im dritten Anlauf hat der Lichtspezialist Osram den Börsenstart geschafft. Foto: Stefan Puchner/Archiv Foto: (dpa)

Der Lichtspezialist Osram hat ein gelungenes Börsendebüt gefeiert. Die Aktien der früheren Siemens-Tochter gingen am Montagabend zwar mit 23,80 Euro und damit unter dem Startkurs von 24,00 Euro aus dem Handel. Analysten sprachen aber insgesamt von einer freundlichen Aufnahme.

Wegen der nur vorübergehenden Einordnung des Osram-Papiers in den Leitindex Dax war mit Kurs-Abschlägen gerechnet worden. Nach der Abspaltung vom Elektrokonzern Siemens und der Börsenpremiere startet Osram nun endgültig in die Selbstständigkeit.

Osram-Chef Wolfgang Dehen sprach von einem historischen Schritt für den Traditionskonzern: «Das heutige Listing schlägt ein neues Kapitel in der über 100-jährigen Unternehmensgeschichte auf und eröffnet große Chancen für die künftige Entwicklung des Unternehmens», erklärte er bei der Börsenpremiere.

Die Siemens-Aktien profitierten von dem Schritt am Montag mit zeitweise kräftigen Kursgewinnen. Zum Börsenschluss notierten die Papiere des Elektrokonzerns um knapp ein Prozent im Plus bei über 78 Euro. Einen klassischen Börsengang für Osram hatte Siemens noch vor einem Jahr wegen der unsicheren Lage an den Finanzmärkten abgesagt. Stattdessen haben die Siemens-Aktionäre nun für je 10 Papiere des Elektrokonzerns eine Osram-Aktie ins Depot gebucht bekommen. Mit knapp 2,5 Milliarden Euro Börsenwert lag der Lichtkonzern am ersten Tag zwar deutlich unter der Bewertung aus einem Gutachten im Auftrag von Siemens, das auf rund 3,2 Milliarden Euro kam. Experten sehen aber ohnehin eine «Momentaufnahme», die weitere Kursentwicklung bleibe abzuwarten.

Die Osram-Erstnotiz mischte auch den Dax auf: Für einen Tag zählte der Leitindex inklusive Osram 31 statt 30 Mitglieder. Das hat es in der 25-jährigen Geschichte des Dax nur einmal zuvor gegeben, und zwar bei der Abspaltung der ehemaligen Bayer-Sparte Lanxess. Weil Osram nun wieder aus dem Leitindex herausfällt, müssen etwa Fonds, die nur in Dax-Titel investieren dürfen, die Papiere wieder verkaufen. Deshalb war zum Auftakt mit einem Kursrutsch gerechnet worden.

Osram durchläuft wegen des harten Wettbewerbs bis 2014 ein umfangreiches Sparprogramm, bei dem weltweit insgesamt elf von ehemals 43 Standorten dichtgemacht oder verkauft werden sollen. In fünf Werken produziert Osram bereits nicht mehr oder hat sie abgestoßen. In Deutschland fällt insgesamt mehr als jede zehnte Stelle weg, weltweit sind es rund 8000. Mit dem Programm sieht Osram sich gut im Plan, wie Dehen in einem Interview der Zeitung «Die Welt» (Montag) bekräftigte.

Osram gehörte seit 1919 zu Siemens. Das Unternehmen ist derzeit neben Philips der größte Lampenhersteller der Welt. Siemens hatte Osram schon 2011 selbst an die Börse bringen und so auch die eigene Kasse auffüllen wollen, das Vorhaben aber angesichts der schwachen Kapitalmärkte verschoben und schließlich aufgegeben. Für den Sprung in die Selbstständigkeit hat Siemens Osram noch eine Kapitalspritze von 1,2 Milliarden Euro mit auf den Weg gegeben.

Der Aktionärsverband SdK (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger) setzt sich dafür ein, dass Osram zu seinen historischen Wurzeln zurückfindet. Sie forderte den Berliner Senat auf, sich dafür einzusetzen, die Unternehmenszentrale wieder nach Berlin zu verlegen. «Osram wurde in Berlin gegründet und hat hier seinen zweitgrößten Produktionsstandort», sagte SdK-Experte Michael Kunert der «Berliner Zeitung» (Dienstag). Eine räumliche Trennung von Siemens wäre ein gutes Signal für den Schritt in die Eigenständigkeit. Osram habe zudem das Potenzial, in den Dax aufzusteigen. Seit der Übernahme von Schering durch Bayer im Jahr 2006 hat die Hauptstadt keinen einzigen Dax-Konzern mehr. (dpa)

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