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Geldvermögen Deutsche besitzen mehr als fünf Billionen Euro

Trotz niedriger Zinsen erreicht das Geldvermögen der Deutschen einen neuen Rekord: Erstmals haben die Menschen in Deutschland mehr als fünf Billionen Euro. Die Verbraucher setzen auf Sicherheit und bringen ihr Geld zur Bank.

19.01.2015 17:20
Harald Schmidt
Deutsche haben so viel Geld gespart wie noch nie. Foto: imago stock&people

Die Menschen in Deutschland haben erstmals ein Geldvermögen von mehr als fünf Billionen Euro. Zwar investierten die privaten Haushalte ihr Geld trotz niedriger Zinsen vor allem in kurzfristige und vermeintlich sichere Bankeinlagen. Trotzdem wuchs ihr Geldvermögen von Juli bis September 2014 um 28 Milliarden Euro oder 0,6 Prozent auf 5,011 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

Insgesamt stieg das Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen durch Transaktionen um 34,5 Milliarden Euro. Allerdings mussten die privaten Haushalte Bewertungsverluste vor allem bei Aktien von knapp 6,5 Milliarden Euro hinnehmen.

Rund 17 Milliarden Euro, also etwa die Hälfte der Zuflüsse, steckten die Deutschen in Bankeinlagen, und zwar fast ausschließlich in besonders flüssige Sichteinlagen einschließlich Bargeld, wie die Bundesbank berichtete. Hingegen investierten die Menschen nur eine Milliarde Euro in Termin- und Spareinlagen einschließlich Sparbriefen. „Die im Umfeld niedriger Zinsen bereits seit längerem zu beobachtende Präferenz der privaten Haushalte für hochliquide Anlageformen – auf die man besonders schnell zugreifen kann – setzte sich damit im Berichtsquartal fort“, betonte die Notenbank.

Kreditaufnahme boomt

Gleichzeitig wurden die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen um netto gut 13 Milliarden Euro aufgestockt. Auch diese Anlageform gilt als risikoarm. Insgesamt deutet das Anlageverhalten aus Sicht der Bundesbank auf eine anhaltend hohe Abneigung der privaten Haushalte hin, Risiken einzugehen. Dafür spreche auch, dass die Menschen sich kaum auf den Kapitalmärkten engagierten. Im dritten Quartal 2014 trennten sie sich im Saldo von Schuldverschreibungen und staatlichen Wertpapieren. Der Grund: das niedrige Zinsniveau.

Das nutzten die Verbraucher lieber für die Aufnahme von Krediten. Ein Großteil der Neukredite von gut 9,5 Milliarden Euro entfalle auf den Wohnungsbau. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen auf 1,581 Billionen Euro. Das Netto-Geldvermögen erhöhte sich damit vergleichsweise moderat um 18 Milliarden Euro auf 3,43 Billionen Euro. (dpa)

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