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Vermögensverteilung König für einen Tag

Meine Idee zur Bekämpfung der Ungleichheit.

29.05.2018 16:49

Kürzlich ernannte die Washington Post einige „Experten“ zu Königen für einen Tag. Die Aufgabe war, für die Beendigung von Ungleichheit in der Gesellschaft beliebige Maßnahmen zu ergreifen. Hier mein ungefragter Griff nach der Krone:

Die Ungleichverteilung von Geldvermögen nimmt weltweit seit 70 Jahren zu. Beim berüchtigten einen Prozent konzentriert sich immenser materieller Reichtum. In den USA deutlicher als anderswo, aber tendenziell erkennt man überall auf der Welt die gleiche Entwicklung.

Meine Annahme lautet: Die Vermögenskonzentration steht weniger mit dem „Vermögen“ Superreicher im Zusammenhang, leistungsfähiger als die Armen zu sein, sondern vielmehr mit der Umverteilungskraft der strukturellen Verfassung des Geldsystems. Geld fließt durch unsere Wirtschaft und darf nach Belieben festgehalten werden. Den Reichsten fällt die Rolle von Staudammwärtern in den Schoß, ohne die keine Macht der Welt freie Entscheidungen treffen kann.

Das Verurteilen und moralische Bewerten von Reichen ist unangebracht, denn das Übermaß an Reichtum gäbe es in einem reformierten Geldsystem nicht. Geld muss dienen, nicht herrschen.

Meine Aufgabe sehe ich darin, Geld teilweise zu depotenzieren. Das erreiche ich, indem die Gewichtung der Geldfunktionen korrigiert wird. Durch eine Gebühr auf Geldbesitz hole ich Bargeld aus seinen Horten und löse ein Umdenken bei den Menschen aus, weil es lohnender wird, Geld zu nutzen, anstatt es zu besitzen. Das wird Folgen zeitigen für alle Geldguthaben. Es wird etwas dauern, aber am Ende wird der Umstand, dass man mit Geld kein Geld mehr verdienen kann in Fleisch und Blut übergegangen sein.

Niemand wird nach ihm streben, um es zu behalten. Man wird es erlangen, um es hinzugeben. Bedingungslose Hingabe ist ein verschüttgehendes menschliches Bedürfnis. Keine Sorge: Sparen funktioniert besser als zuvor, denn das Gesparte wird nicht in dem Maße gefährdet sein wie heutzutage, vermehrt sich nur nicht mehr von selbst. Der in 70 Jahren entstandenen Ungleichverteilung nehme ich die Spitze, indem ich eine angemessene Vermögensberg-Abschmelzungssteuer umsetze und die daraus erzielten Einnahmen für Maßnahmen verwende, die den Abgehängten jene Chancengleichheit eröffnet, die ihnen heute verwehrt wird. Lang lebe der König.

Der Autor ist Redakteur der Zeitschrift „Humane Wirtschaft“.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

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