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Verbraucherschutz Nehmt die Verbraucher ernst

Es herrscht eine Vertrauenskrise – auch in die Politik. Zahlreiche Menschen schauen besorgt und verunsichert in die Zukunft. Dafür gibt es Gründe. Ein Beitrag von Klaus Müller vom Bundesverband der Verbraucherzentrale.

30.11.2017 13:12
Dieselauto auf der Straße
Für großen Unmut sorgt die andauernde Unklarheit für die Betroffenen nach dem Dieselskandal, ob es Fahrverbote geben wird oder nicht. Foto: dpa

Deutschland lebt derzeit mit dem Gefühl, nicht zu wissen, wer dieses Land regieren wird. Die einen sprechen von Staatskrise, die anderen erleben gerade eine Sternstunde der Demokratie, da die Parteien Farbe bekennen müssen. Fakt aber ist: Zu viele Menschen schauen mit Sorge in die Zukunft und sind verunsichert. Und dafür gibt es durchaus auch handfeste Gründe.

Alle Wähler sind auch Verbraucher, und die haben in den vergangenen Monaten so einiges erlebt, was sie an der Politik, aber auch an Anbietern zweifeln lässt. Für großen Unmut sorgen das monatelange Tauziehen und die andauernde Unklarheit für die Betroffenen nach dem Dieselskandal, ob es Fahrverbote geben wird oder nicht. Nach der Air-Berlin-Pleite befürchten Verbraucher höhere Flugpreise und schlechtere Verbindungen. Fipronil in Eiern verursachte Sorge vor vergifteten Lebensmitteln. Telekommunikationsunternehmen sind für ihre Kunden gar nicht oder nur schlecht erreichbar. Ganze Bestände von Lebensversicherungen werden abgewickelt.

Vertrauenskrise der Verbraucher

Das schafft eine Vertrauenskrise – auch in die Politik. 52 Prozent der Verbraucher in Deutschland haben bereits vor dem Abbruch der Jamaika-Verhandlungen gesagt, dass sie sich von der Politik nicht gut geschützt fühlen. Das ist ein bedenkliches Urteil, aber zugleich auch ein Auftrag an die Politik: Nehmt die Verbraucher ernst.

Sorgt für bessere Rechtsdurchsetzung, für wirksame Lebensmittelkontrollen und für bessere Kennzeichnung, zum Beispiel wenn es um das Wohl der Tiere geht. Ganz oben auf der Agenda der Verbraucher steht übrigens das Thema Altersvorsorge.

Auch hier schauen die Menschen aber skeptisch in die Zukunft: Nutzt meine private Altersvorsorge mir oder vor allem dem Provisionsinteresse der Banken und Finanzvertriebe? Für 89 Prozent der Verbraucher ist die Sicherstellung einer ausreichenden Altersvorsorge das wichtigste Anliegen mit Blick auf die Politik, dicht gefolgt von bezahlbaren Gesundheits-, Pflege- und Energiekosten sowie der Kontrolle von Algorithmen.

Guter Verbraucherschutz schafft also Sicherheit für die Menschen und schafft so Vertrauen in die Politik und Wirtschaft. Das ist bei aller Unsicherheit dieser Tage ganz gewiss.

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