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Spenden Strategisch spenden

Lieber gezielt statt mit der Gießkanne Geld verteilen. Die Gastwirtschaft.

15.12.2017 14:49

Für viele Menschen gehört die Spende zum Jahresende wie das Lametta zum Weihnachtsbaum. Kein Wunder, dass die Briefkästen im Dezember überquellen von all den Spendenanfragen für Hungerhilfe, Tierschutz und Kinderpatenschaften.

Doch wen soll man bedenken angesichts der Fülle von Problemen auf dieser Welt? Bei der Entscheidung sollte man nicht nur auf sein Herz hören, sondern auch den Kopf einschalten. Gemeint ist dabei nicht, wie man den schwarzen Schafen unter den spendensammelnden Organisationen ausweicht. Denn dabei helfen Spenden- und Transparenz-Siegel, wie das der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Die Frage, die sich Spender stellen sollten, ist vielmehr: Wie setze ich mein Geld am wirkungsvollsten ein? Eine Grundregel des strategischen Spendens lautet: lieber gezielt, als mit der Gießkanne Geld verteilen. Statt jeweils 20 Euro an fünf Organisationen, spenden Sie lieber 100 an die eine, die Ihnen am wichtigsten ist. Dadurch geht insgesamt weniger für Verwaltungskosten drauf. Zweite Regel: Einzelspenden sind Silber, Dauerspenden Gold. Gerade kleine Organisationen sind auf Fördermitgliedschaften angewiesen, um langfristig planen zu können. Und Spenden ohne festgelegten Verwendungszweck geben Initiativen die Möglichkeit, schnell auf Entwicklungen zu reagieren.

Zum strategischen Spenden gehört aber auch, die Ursachen von Missständen in den Blick zu nehmen. Wer verhindern will, dass Menschen hungern, Tiere gequält werden und Kinder chancenlos bleiben, der sollte an Organisationen spenden, die nicht nur Symptome behandeln, sondern für einen politischen Kurswechsel streiten. Wandel statt Wohltaten lautet hier das Motto. Statt Pflaster auf Probleme zu kleben, packen Sie diese an der Wurzel an.

Noch ein Tipp: Reden Sie über Ihre Spendenentscheidung und werben Sie für die Organisation Ihrer Wahl. Tauschen Sie sich mit anderen aus und tun Sie sich zusammen. So werden Sie zum Ideengeber für andere und die 100 Euro können sich schnell vervielfachen.

Wer auf diese Weise spendet, wird zum informierten Botschafter der Sache und erlebt, wie viel er selbst in Bewegung setzen kann. Und diese Erfahrung ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

Die Autorin ist Mitarbeiterin der Bewegungsstiftung. Die Gemeinschaftsstiftung fördert Protestbewegungen mit Geld und Beratung.

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