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Rente Mehr Geld im Alter

Ein staatlich organisiertes „Non-Profit“-Altersvorsorge-Produkt könnte Senioren eine höhere Rente bescheren.

18.04.2017 16:49
Dorothea Mohn

Stellen Sie sich vor, Sie hätten im Alter pro Monat rund 200 Euro mehr zum Leben. Das wären 2400 Euro im Jahr. Wenn Sie nach Renteneintritt noch mindestens zwanzig Jahre leben, wären das in Summe sogar 48 000 Euro.

Ein solches Rentengeschenk könnte Ihnen ein staatlich organisiertes „Non-Profit“-Altersvorsorge-Produkt bescheren. Die Idee dahinter: Mindestens alle rentenversicherungspflichtigen Personen bekommen die Möglichkeit, in einen Fonds einzuzahlen, der selbst keine Gewinninteressen verfolgt. Der Fonds beauftragt dann private Gesellschaften, die Gelder effizient anzulegen. Dadurch erzielt das „Non-Profit“-Produkt bessere Anlageergebnisse als rein private Produkte, deren Anlagestrategien häufig auch Eigeninteressen der Anbieter widerspiegeln.

Statt über provisionsgesteuerte Vertriebe, würden Verbraucher zudem automatisch – beispielsweise über ihre Arbeitgeber – in einen solchen Fonds einzahlen. Sie müssten nur dann aktiv werden, wenn sie dies nicht wünschen. Dadurch würden Vertriebs- und Marketingkosten entfallen, die die Rendite herkömmlicher Altersvorsorgeprodukte für Verbraucher meist erheblich schmälern.

Rechnerische Basis ist die Annahme, dass ein herkömmliches Altersvorsorgeprodukt geschätzt durchschnittlich drei Prozent Nettorendite pro Jahr bringt. Bei der „Non-Profit“-Altersvorsorge können eine bessere Anlagestrategie und der Wegfall der Vertriebskosten mindestens zwei Prozent mehr Rendite pro Jahr bringen. Bei einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro würden Verbraucher nach vierzig Jahren so auf ein Endkapital von rund 153 000 Euro kommen.

Das wären immerhin 60 000 Euro mehr als bei einem herkömmlichen Produkt: Gute Sofortrenten garantieren derzeit etwa 33 Euro Rente pro 10 000 Euro eingebrachtem Kapital. Das macht bei 60 000 Euro rund 200 Euro mehr Rente im Monat – ein Leben lang.

Der Verzicht auf Vertriebskosten bietet noch einen weiteren Vorteil: Die bei herkömmlichen Produkten eingepreisten Provisionen machen Produkte nicht nur teuer. Sie führen auch dazu, dass Verkäufer ihren Kunden lieber teure Produkte empfehlen, weil bei diesen die Provisionen für den Vertrieb besonders lukrativ sind. Auch damit wäre dann Schluss – zumindest bei der Altersvorsorge.

Die Autorin ist Leiterin Team
Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

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