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Landraub Die Mutter aller Probleme

Privater Bodenbesitz ist eine wesentliche Fluchtursache für Millionen Menschen.

17.09.2018 17:04

Viele Deutsche verbringen die Urlaube im eigenen Ferienhaus im Ausland. Oder planen ihren Ruhestand in wärmeren Gefilden. Auch eine Weltkreuzfahrt zählt zu den Favoriten. Das finden wir verständlich und normal, wenn es auch für manche ein unbezahlbarer Traum bleibt.

Wenn aber Menschen ihre Heimat verlassen, um überhaupt einen „Lebenserwerb“ zu finden, wenn sie vor Unruhen flüchten und in einem Rechtsstaat nach Sicherheit suchen – dann sehen wir darin ein Migrationsproblem. Dabei sind wir Mitverursacher: Wir gönnen ihnen keine fairen Wettbewerbsverhältnisse und beuten ihre Ressourcen aus. Der private Bodenbesitz mit dem einhergehenden Landraub ist eine wesentliche Fluchtursache für Millionen Menschen.

Echte Freizügigkeit – ja bitte, für uns! Aber nicht für Ausländer. Es reicht ja schon, dass wir unsere Kranken von spanischen Pflegern und unsere Alten von polnischen Saison-Müttern betreuen lassen müssen! Und die rumänischen Schlachter in der Schrottimmobilie zwei Straßen weiter empfinden wir ebenfalls als störend.

Wir Deutsche sind dabei zu vergessen, dass „die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet“. Zu den Menschenrechten gehört auch das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen, sowie jedes Land zu verlassen und zurückzukehren. Diese Freizügigkeit möchten wir für uns in Anspruch nehmen. Doch wollen wir sie noch allgemein verwirklicht sehen?

Bodenreformer nahmen dieses Menschenrecht einst ernst. Jeder Mensch sollte gleichberechtigt Zugang zu unserer Lebensgrundlage, dem Boden, bekommen. Die Forderung ist heute aktueller denn je. Realisieren wir dieses Recht, werden sich auch die Gründe für unfreiwillige Migration minimieren.

Voraussetzung hierfür ist die Verstaatlichung der Grundrente, die heute in die privaten Taschen der Bodeneigentümer fließt. Bodenreformer sehen in der privatisierten Grundrente den Löwenanteil des „Mehrwerts“. Schöpft der Staat diesen mittels einer Bodenwertsteuer ab, kommen wir Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden ein Stück näher.

Die Autorin ist stellvertretende Vorsitzende der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung (INWO).

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