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Kleinbauern Legitime Akteure

Die soziale Bewegung der Kleinbauern in den Entwicklungsländern muss anerkannt werden.

15.04.2015 10:04

Entwicklungspolitische Arbeit basiert auf der Idee, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen, die der breiten Bevölkerung zugutekommen. Dabei stellt sich die Frage, welche Akteursgruppen solche Veränderungen besonders bewirken können. Die zwischenstaatliche und auch die multilaterale Entwicklungspolitik etwa der Weltbank setzen in den vergangenen Jahren vermehrt auf die Privatwirtschaft und die Finanzwelt.

Obwohl auch die Bedeutung der Zivilgesellschaft allgemein anerkannt wird, wird oft keine präzise Trennung der unter diesen Sammelbegriff fallenden Akteure vorgenommen. Dabei ist eine klare Trennung zwischen mächtigen Stiftungen wie beispielsweise der Gates-Stiftung, Nichtregierungsorganisationen und Basisbewegungen oder sozialen Bewegungen dringend geboten, wie das Beispiel der möglicherweise größten Basisbewegung La Via Campesina („Der bäuerliche Weg“) zeigt.

Unter dem Dach von La Via Campesina organisieren sich global etwa 250 Millionen Kleinbauern, Landlose, ländliche Jugend- und Frauenbewegungen, Indigene und Hirten. Diese Gruppen sind auch die mit Abstand am stärksten von Hunger betroffenen. Will man den menschenrechtlichen Anspruch der Partizipation bei der Hungerbekämpfung umsetzen, müssen diese Gruppen eine zentrale Rolle bei Politiken und Strategien einnehmen. Ihnen muss relevanter politischer Raum gegeben werden, um sich zu artikulieren und einzubringen – national wie international.

Bis heute werden sie jedoch in der entwicklungspolitischen Praxis nahezu ignoriert und die von den ländlichen sozialen Bewegungen erarbeiteten Strategien und Forderungen nach Ernährungssouveränität oder nach agrarökologischen Praktiken nur belächelt. Dies ist aber angesichts der hohen Legitimität und des hohen Vertretungsanspruches dieser Basisbewegung politisch wie auch menschenrechtlich falsch.

Am 17. April, dem Tag der Landlosen, wird mit hunderten von Demonstrationen und solidarischen Aktionen rund um den Globus gegen die Unterdrückung und Diskriminierung der ländlichen Bevölkerung gedacht und ihr Widerstand gefeiert. Zeit, dass auch die staatliche Entwicklungspolitik soziale Bewegungen als zentralen Akteur für gesellschaftliche Veränderungen anerkennt.

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