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Gesundheitspolitik Wettbewerb um Qualität

Worauf es für die Kranken- und Pflegeversicherten ankommt.

16.06.2017 15:49
Kai Vogel
Kai Vogel Foto: Privat

Die aktuelle Bundesregierung hat den Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung unabhängig von der tatsächlichen Kostenentwicklung festgeschrieben. Seitdem gehen alle Ausgabensteigerungen allein zulasten der Versicherten. Mit fatalen Folgen: Steigende Kosten belasten Arbeitnehmer immer stärker.

Aktuell beläuft sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den Krankenkassen von ihren Versicherten einfordern, auf 1,1 Prozent des Einkommens. Die Kosten für die Gesundheitsversorgung werden jedoch weiter steigen und damit auch die Belastung für Versicherte. Der Gesetzgeber muss also schnell handeln.

Noch gravierender sind jedoch die praktischen Folgen. Um im Wettbewerb mit anderen Kassen zu bestehen, versuchen Krankenkassen schon jetzt ihre Zusatzbeiträge möglichst niedrig zu halten. Jede Krankenkasse möchte vermeiden, höhere Beiträge von ihren Versicherten zu verlangen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese zu einer anderen Kasse wechseln.

Verbraucher müssen ihrerseits immer mehr auf die von ihnen zu zahlenden Beiträge achten, um ihre eigene finanzielle Belastung zu begrenzen. Besondere Leistungen einzelner Krankenkassen sowie Service- und Qualitätsaspekte geraten so immer stärker in den Hintergrund.

Das Modell der gesetzlichen Krankenversicherung kann nicht darin bestehen, den Versicherten einseitig immer höhere Beiträge abzuverlangen. Die Kosten müssen wieder von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu gleichen Teilen getragen werden.

Es braucht mehr Wettbewerb um Qualität statt um Preise mit deutlich mehr Transparenz über die Leistungen und die Arbeit der einzelnen Krankenkassen.

Dass Verbraucher mit den Sorgen um ihre Finanzen nicht allein gelassen werden dürfen, gilt ebenso in der Pflege. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zahlen mittlerweile rund die Hälfte der Pflegekosten aus der eigenen Tasche - Tendenz steigend. Die Sätze der Pflegeversicherung müssen dringend regelmäßig an die steigenden Kosten für Pflegeleistungen angepasst werden.

Eine verbraucherfreundliche Gesundheits- und Pflegepolitik sollte für die nächste Bundesregierung eine hohe Priorität haben. Denn auch hier gilt: Verbraucher zählen, Verbraucher wählen.

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