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Gesundheit am Arbeitsplatz Zwischen Burn-out und Bore-out

Der Anteil psychischer Erkrankungen nimmt seit Jahren stetig zu. Gegen Über- oder Unterforderung hilft die Förderung von Teamarbeit.

18.12.2017 16:19

Dem BKK Gesundheitsreport 2016 zufolge ist der Anteil psychischer Krankheiten in den letzten 40 Jahren von zwei auf 15,1 Prozent gestiegen. Psychische Probleme sind der Hauptgrund für Frühberentungen und kosten 16 Milliarden Euro pro Jahr.

Katastrophale Zahlen, die sich durch drei dramatische Veränderungen der Lebenswelt erklären: die extreme Zunahme an Tempo, Transparenz und Komplexität. Der alte „Höher-schneller-weiter-Wahn“ zerrt an unseren Nerven, an unseren Beziehungen, an unserer Gesundheit. Es sind diese Veränderungen, die unsere mentale Überforderung erklären – doch auch die Unterforderung, das Erleben von Sinnlosigkeit, nimmt zu. Wie passt das zusammen? Lässt sich etwas daraus lernen, um vielleicht sogar davon zu profitieren?

Überbelastung und Unterbelastung beweisen zu viel oder zu wenig Verantwortung. Wer Überforderung zulässt, leidet an der Illusion eigener Überlegenheit und Stärke. Ein Schöpferwahn. Wer Unterforderung zu viel Raum gibt, glaubt an seine Unterlegenheit. Ein Opferwahn. Dieses Tragen von zu viel oder zu wenig zeigt: Es existiert ein Korridor der passenden, klugen Verantwortung, den wir erkennen und leben müssen.

Deshalb müssen Unternehmen „verantwortungsklug“ werden und eine gesunde Verantwortungsentwicklung ermöglichen. 50 Prozent müssen sie selbst liefern, indem sie Verantwortungsübernahme ermöglichen. Leider spielt Verantwortung in der Entwicklung von Führungskräften bis jetzt keine zentrale Rolle.

Die andere Hälfte trägt das Individuum mit dem Willen zur Verantwortungserfüllung. Dafür muss es lernen, wo es hingehört. Nur dort, wo es Talente zu Stärken entwickelt, kann es konstant Spitzenergebnisse liefern. Wer dazu an seinen Schwächen arbeitet, braucht die Hilfe anderer, die genau dort ihre Stärken haben. So entsteht Teamfähigkeit – wenn Menschen die dritte Illusion überwinden: die der Selbstgenügsamkeit.

Wir Menschen brauchen einander. Um voneinander zu lernen, um uns aneinander zu reiben und um miteinander zu wachsen. Damit jeder der Beste wird, der er sein kann. Möge 2018 Ihr Jahr des „klugen Umgangs mit Verantwortung“ werden. Das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Der Autor ist Führungskräfteentwickler mit eigener Akademie, Vortragsredner und Autor.

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