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Geschlechtergerechtigkeit Teilhabe auf allen Ebenen!

Wenn die G 7 ihre frauenpolitische Agenda ernst nimmt, muss sie der zunehmenden Entwertung und Entwürdigung von Frauen auf allen Ebenen entgegentreten.

Die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen in der Wirtschaft haben es auf die Agenda des G 7-Treffens geschafft. Die weltweite Wirtschaftsleistung könnte in nur einem Jahrzehnt um zwölf Billionen US-Dollar zunehmen, wenn die soziale und wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen beseitigt würde, so die G 7.

Dreierlei müsste geschehen: verbesserte Teilhabe und Leitungsverantwortung auf allen Ebenen, besserer Zugang zu menschenwürdiger Arbeit und Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Bei den ersten beiden Aspekten gibt es minimale Erfolge. Anders bei Gewalt gegen Frauen: Männermacht und Männergewalt werden im rechtspopulistischen Diskurs wieder offen verherrlicht, das Ende des „Genderwahns“ wird als gesellschaftspolitisches Kampfziel weltweit verfolgt. Gingen die Vereinten Nationen 1991 noch davon, dass jede fünfte Frau Opfer physischer oder sexueller Gewalt wird, so ist es heute jede dritte, so die Weltgesundheitsorganisation.

Vergewaltigung als Kriegswaffe wird seit den 1990er Jahren systematisch eingesetzt – etwa in Bosnien, Ruanda und Nigeria. Gruppenvergewaltigungen und Ehrenmorde sind nicht nur in Indien und Brasilien alltäglich, sondern auch in Europa. Die großen Fluchtbewegungen haben globalem Frauenhandel und Zwangsprostitution massiv Vorschub geleistet. Gewalt gegen Frauen nimmt zu, nicht ab – in Beziehungen, in kriegerischen Konflikten und in Migrationskontexten! Sie zerstört das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein von Frauen, ihre Gesundheit, Bildungs- und Arbeitsfähigkeit, ihre politische und gesellschaftliche Teilhabe und damit die Entwicklungschancen in vielen Ländern.

Im Interesse der G 7 und der Wirtschaft kann das alles kaum sein. Wenn die G 7 ihre frauenpolitische Agenda ernst nimmt, muss sie der zunehmenden Entwertung und Entwürdigung von Frauen entgegentreten: durch Schutzmaßnahmen, durch verbesserte Zugänge zu guter Arbeit und zu Leitungspositionen sowie durch volle gesellschaftliche Teilhabe auch in der Politik. Sie muss der Verletzung der Rechte von Frauen, der Herabsetzung und der Gewalt gegen Frauen deutlicher als je zuvor den Kampf ansagen. Leider wird Gewalt gegen Frauen gerade – allen voran vom US-Präsidenten – wieder salonfähig gemacht.

Die Autorin ist Präsidentin des Hilfswerkes Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe.

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