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Gastwirtschaft Welche Tüte wählen Sie?

Keine Entwicklung ohne Anstrengung.

23.04.2018 19:34

Zwei Tüten stehen zur Wahl: innere Stärke in der linken, die Fähigkeit, stark zu werden, in der rechten. Links ein erfülltes Leben, rechts die Fähigkeit dazu. Welche Tüte nehmen Sie? Egal, was drin ist, ob Erfolg, Geld, Glück oder Liebe, die meisten Menschen wählen die Sofort-Ergebnisse statt der Fähigkeiten. Sie wollen jetzt schon jemand sein. Nicht erst jemand werden. Zwei Fallen mit gleichem Ergebnis wirken hier: einmal die Selbstwertfalle mit einer Illusion von Überlegenheit. „Ich bin besser als X. Ich hätte doch mehr verdient!“ Gefühlt muss diese Gruppe nicht mehr wachsen. Sie will die erste Tüte. Sofort! Die andere ist die Selbstvertrauensfalle. Man traut sich die Ergebnisse aus eigener Kraft gar nicht zu. „Lernen? Bringt doch eh nichts.“ Darum die Ergebnistüte. Sicher ist sicher. Die Folge sind ständige Beschwerdeweltmeisterschaften:

„Wäre mein Chef bloß nicht so blind. Wäre mein Partner verständnisvoller.  Hätte ich nur bessere Mitarbeiter. Wenn ich mehr Zeit hätte. Wenn man mich mal machen lassen würde.“ Das gipfelt im Satz: „Was hätte aus mir werden sollen? Ich wurde nackt und ohne Zähne geboren.“ Ganze Organisationen ticken so. Die einen halten sich für groß, erwarten

Opfer aus Ehrfurcht, andere für klein und wollen Geschenke aus Mildtätigkeit. Im Kern sind all diese gefühlten Mängel eine Einladung des Lebens. Entweder mich zu beschweren, mehr zu wollen, ohne mich zu entwickeln. Ergebnis: Stagnation. Oder mich zu fragen:

„Wo darf ich noch dazu lernen?“ Ergebnis: geistiges Wachstum. Nein heißt selten nie, sondern noch nicht oder so nicht. Diese Sichtweise fällt schwerer, weil ich mich meinen Defiziten stellen muss. Sie lädt mich ein, die nächste Entwicklungsstufe zu erklimmen.

Nun verstehen wir, warum Menschen und Unternehmen bessere Ergebnisse ohne geistige Anstrengung wollen. Ohne den Preis zu zahlen. Sie suchen beim 100-Meter-Lauf eine Abkürzung, die es nicht gibt. Statt sich in den wunderbaren Entwicklungsraum des Schmerzes zu bewegen, verkümmern viele im Schmollwinkel der Anklage. Was ist wohl klüger? Was macht uns stärker und lässt uns wachsen? Wir haben selbst in der Hand, welche Sichtweise wir wählen. Gestatten Sie mir eine Frage: Zu welcher Tüte greifen Sie jetzt?

Der Autor ist Führungskräfteentwickler mit eigener Akademie, Vortragsredner und Autor.

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