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Gastwirtschaft Vom Ergebnis her denken

Deutschland und die Nachhaltigkeitsziele

Der Begriff „Entwicklungsland Deutschland“ hat seinen Weg bis in der Reden von Bundesministern gefunden. Richtig so! Die von den UN-Staaten auf ihrem Gipfel am 25. September beschlossene „2030 Agenda for Sustainable Development“ mit ihren 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) umfasst konkrete Vorgaben, die auch von Deutschland einen neuen Entwicklungspfad verlangen. Und sie nimmt bei der Umsetzung Regierungen, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen in die Pflicht. Aber wie soll das gehen?

Deutschland fängt nicht bei Null an. Seit 2002 haben wir eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie mit quantifizierten Zielen, zu denen das Statistische Bundesamt regelmäßig berichtet. Tendenz: Wo wir schon immer gut waren, geht es gut voran: Beim Sparen, Produzieren und Lernen. Wo wir den Hebel umlegen wollten, kommen wir kaum weiter: Bei der Änderung unserer Konsum- und Produktionsmuster. So wollten wir die Energie- und Rohstoffproduktivität bis 2020 verdoppeln (gegenüber 1990/94). Geschafft haben wir nach bald 25 Jahren weniger als die Hälfte. Die Fettleibigkeit sollte bis 2020 zurückgehen. Tatsächlich nimmt sie Jahr für Jahr zu. Der Flächenanteil des ökologischen Landbaus sollte 20 Prozent erreichen. Wir stehen heute bei knapp sechs Prozent.

Was läuft falsch? Wie können wir aus Fehlern lernen, wenn es nun um die Umsetzung der 17 SDGs geht, etwa bei der Halbierung der Nahrungsmittelabfälle pro Kopf bis 2030? Ja: Es kommt auf Haltung an. Wirtschaftsethik setzt zuerst auf den Einzelnen, den Konsumenten wie den Produzenten. Und sie fordert von der Politik die richtige Rahmensetzung. Aber was tun, wenn beides nicht reicht? Wenn Verbraucher und Unternehmen ihren Beitrag zum ethisch gebotenen Gesamtergebnis nicht kennen?

Wir brauchen wirksame operative Instrumente zwischen den Zielen und den relevanten Akteuren: Eine neue transformative Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen. Statt den „Schwarzen Peter“ weiterzureichen müssen Ziele gemeinsam auf Branchen und Sektoren heruntergebrochen, Zwischenschritte und Instrumente definiert sowie regelmäßig überprüft werden: Backcasting – vom Ergebnis her denken und handeln. Beispiele gibt es: Kernkraftausstieg, Ozonloch oder Lieferketten. Jetzt sind Energie-, Rohstoff- und Agrarwenden dran.

 

 

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