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Gastwirtschaft Nur erinnern

Die Entwicklung der Natur war eine Folge der Verbundenheit und der Fähigkeit zur Empathie. Die Gastwirtschaft.

12.02.2018 12:54

Der Autor Arno Gruen bezeichnete mit dem „Messer im Herzen“ den Versuch, auch noch den letzten Rest vom Leben zu erklären, rational herunterzubrechen und damit das Gefühl einer Verbundenheit mit dem Leben mit nüchternen Erklärungen zu erstechen und in eloquenten Lapidarien zu ertränken.

Das Leben? Philosophen, Religionen und wer auch immer haben sich damit abgemüht, es zu erklären. Der Grund der Mühe war wohl nicht immer die hehre, selbstlose aristotelische Erkenntnis, es war die Suche nach Sicherheit, manchmal nach Macht. 

Die heutigen Thesen über das Funktionieren der Welt beruhen auf einer Art zu denken, die der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert entsprang. Man sucht sein Heil darin, alles „logisch“ zu erklären, das Ende mittelalterlicher Mystik.

Inwieweit heute dieser Gedanke der logischen Erklärung ein Segen ist, ist in etlichen Bereichen zweifelhaft. Die Vorstellung, man bräuchte nur einen Elefanten zu sezieren, um ihn zu begreifen oder einen Wein zu analysieren, um ihn zu beschreiben, geht bei genauem Hinschauen fehl.

Man pflegt Vermutungen, die einem solchen Denken entspringen zum Beispiel über Menschen, die etwa die Einteilung in Intelligente und Nichtintelligente, die man aus heutiger Sicht nur abstrus nennen kann. 

Der Grundgedanke der Aufklärung, die freudige „Entdeckung“ des Rationalen bimmelt auch heute noch in den Köpfen unserer Gesellschaft. Das Wunderbare wird dekonstruiert und auf dem Wahnsinn des Altars des „realistischen“ Denkens seiner Seele beraubt. Das Absurde ist längst offenbar und wie im Brennglas der Präzision des Grobschmieds „Ratio“ zerschmilzt die Empathie. Man schaut nicht mehr mit allen Sinnen hin. 

Kriege werden im Namen der Demokratie geführt, Menschen, die die Tafel der zivilisierten Länder reich gedeckt haben, sterben, verhungern oder besser verrecken.  Der Satz „Fighting for peace is like fucking for virginity“ ist blutige Realität.

Es sieht so aus, als hätten wir eine Einsicht vergraben: Die Entwicklung der Natur war eine Folge der Verbundenheit, nicht die der Trennung, war die Integration von Gegensätzlichkeit, die Fähigkeit zur Empathie.

Können wir das wieder lernen? Nein, wir brauchen uns nur zu erinnern.

Der Autor ist Berater und Coach im Top-Management. 

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