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GASTWIRTSCHAFT Integriertes Lernen

Mitarbeiter sollten ihr Wissen ständig erweitern. Unternehmen können ihnen Fortbildungen bezahlen, haben aber auch viele andere Möglichkeiten der Förderung.

13.09.2018 16:49

Weiterbildung ist teuer? Ohne wird es noch teurer und bereits kleine Veränderungen im Unternehmensalltag können die Lernkultur nachhaltig verbessern.

Zu wenig Mehrwert, hohe Kosten, Arbeitsausfälle – Argumente gegen Weiterbildungsmaßnahmen oder Lernzeiten sind immer schnell zur Hand. Doch was passiert, wenn Mitarbeiter nicht lernen? Dazu eine Geschichte: Eine Führungskraft meldet dem oberen Management, dass einer seiner Mitarbeiter eine Weiterbildung besuchen möchte. Nach einem Gespräch erfolgt die Antwort des Managers: „Das kommt uns aber ganz schön teuer! Und was, wenn der Mitarbeiter dann kündigt?“ Darauf erwidert die Führungskraft: „Ja, aber was, wenn er sie nicht macht und bleibt?“

Nicht nur die Hard- und Software der technischen Arbeitsumgebung brauchen regelmäßige Updates, genauso die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen, die im Unternehmen arbeiten. Über alle Führungsebenen hinweg, denn in Zeiten der steten Veränderungen gibt es niemanden, der alles weiß und kann. Wissen kann nicht mehr hierarchisch weitergegeben werden – erstaunlich oft sind es sogar die Praktikantinnen und Praktikanten, die wertvolles Wissen ins Unternehmen tragen.

Damit dieses Wissen überhaupt genutzt und neues generiert werden kann, brauchen wir entsprechende Rahmenbedingungen. Außer in einigen Vorzeigeunternehmen sucht man Strukturen, die das Lernen fördern, vergeblich. Dabei gibt es viele Maßnahmen, die man ohne großen Aufwand schnell umsetzen und integrieren kann: Definierte Lernzeiten, die pro Woche oder Monat investiert werden sollen; eigens eingerichtete Lernräume oder Bibliotheken mit passendem Equipment; Podcasts von Mitarbeitern für Mitarbeiter; Lern-Gruppen zu Themen, die viele beschäftigen; interne Plattformen zur Vernetzung, für Fragen und zum Austausch, um so schnell und unkompliziert vom Wissen anderer zu profitieren.

Neben Tools, Methoden und Equipment ist aber das Wichtigste überhaupt: die Grundeinstellung. Die Grundeinstellung, dass jeder einen Beitrag leisten kann und niemand allwissend ist. Nur so gelingt ein offener und vertrauensvoller Austausch auf Augenhöhe und eine positive Lernkultur, von der alle profitieren.

Die Autorin ist in der Erwachsenenbildung tätig und Expertin für Personalentwicklung.
Einer ihrer Schwerpunkte ist die Entwicklung von Selbstlernkompetenz im digitalen Zeitalter.

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