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Gastwirtschaft Drücken Sie die Rautetaste!

Ein Call Center soll künftig Patienten beraten

15.07.2015 13:43

Call Center sind beliebt. Zumindest bei Firmen, die für den Service am Kunden Geld sparen möchten. Weniger beliebt sind sie bei den Anrufern: Warteschleifen, automatische Ansagen mit der Aufforderung „Drücken Sie diese oder jene Taste“. Auf der Strecke bleibt nicht selten die Beratung.

Beratung droht künftig bei der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) zu kurz zu kommen. Der Verbund der Unabhängigen Patientenberatung soll nur noch bis Ende 2015 finanziert werden. 21 Beratungsstellen stehen vor der Schließung. Jahrelange Kompetenz geht verloren. Der GKV-Spitzenverband sowie Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, haben den Zuschlag einer gewinnorientierten GmbH gegeben. Ein Call Center, das bisher schon Krankenkassen zu seinen Kunden zählt.

Und das trotz aller Proteste aus dem wissenschaftlichen Beirat der UPD, zahlreicher Politiker und weiterer gesellschaftlicher Kreise. Die Gesellschafter der UPD sind in einer gGmbH organisiert: „g“ für gemeinnützig. Gemeinnützigkeit, erwiesene hohe Qualität der Beratung und die unabhängige Unterstützung für ratsuchende Patienten drohen auf der Strecke zu bleiben. Dass die bestehende UPD aufgelöst wird, ist nicht nachvollziehbar.

Die Beratung in gemeinsamer Trägerschaft von Verbraucherzentrale Bundesverband, Sozialverband VdK und Verbund unabhängige Patientenberatung hat sich als eine bewährte und gut funktionierende Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten bewiesen. Auch für die erfahrenen Beraterinnen und Berater bedeutete es das Aus.

Die Ratsuchenden und die wissenschaftliche Begleitung der bisherigen Patientenberatung sind sehr zufrieden mit der hohen Qualität der Beratung und der Empathie der Berater. Durch den Kostendruck wird es dem künftigen Anbieter schwerfallen, das bisherige Niveau zu erhalten.

Die Entscheidung gegen eine unabhängige Beratung ist ärgerlich, weil seit Jahren Politik und Patientenorganisationen eine Stärkung der Patienten im Gesundheitswesen fordern. Patienten sollen auf Augenhöhe mit Ärzten kommunizieren, ihre Rechte kennen und gegebenenfalls auch durchsetzen können. Wenn dies weiter gelten soll, muss eine wirklich unabhängige Patientenberatung aus Sicht der Ratsuchenden vertrauenswürdig sein: Die UPD gehört weiterhin in die Hände von anerkannten unabhängigen Patientenberatungsorganisationen.

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