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GASTWIRTSCHAFT Bitcoin und Banditen

Vorsicht vor dem Hype um Kryptogeld: Unter den ungezählten Anbietern sind auch schwarze Schafe, die die Goldgräberstimmung ausnutzen.

13.03.2018 11:04

Unseriöse Geschäfte rund um Bitcoin & Co. nehmen zu. Der Hype um Kryptowährungen weckt Erinnerungen an die Dotcom-Blase vor fast 20 Jahren

Bitcoin ist wie eine Religion, behauptet die US-Unternehmerin und Social-Media-Expertin Randi Zuckerberg. Die Schwester des Facebook-Gründers hat bizarre Aspekte bei Kryptowährungen ausgemacht. Von der japanischen Mädchenband Crypto Girl bis zur Vertriebsveranstaltung in Berlin gebe es ein quasi-religiöses Gemeinschaftsgefühl.

Der Höhenflug von Bitcoin weckt Erinnerungen an die Dotcom-Blase vor fast 20 Jahren. Zwischen den ungezählten Anbietern von Krypto-Mining sind auch schwarze Schafe am Start, die die Goldgräberstimmung ausnutzen. Im Internet und in sozialen Netzwerken kursiert fragwürdige Werbung für Geldanlagen rund um Kryptowährungen. Oft wird eine sehr hohe Rendite versprochen. Meist bleibt aber völlig unklar, womit man dabei Geld verdienen soll. Dubiose Unternehmen und Privatpersonen präsentieren sich in Facebook-Gruppen, auf Instagram und in Messenger-Diensten oder kontaktieren Verbraucher unaufgefordert per E-Mail. In vielen Fällen handelt es sich vermutlich um verbotene Schneeballsysteme, bei denen man weitere zahlende Teilnehmer werben soll. Deren erste Aufgabe ist es, einen Einstiegsbetrag zu zahlen oder als „Agent“ neue Interessenten zu werben. Dafür sollen sie Provisionen erhalten. Auch Betrug ist nicht auszuschließen.

Dabei sind die Angebote oft völlig intransparent. Nähere Informationen gibt es häufig nur nach Kontaktaufnahme oder Registrierung auf den werbenden Webseiten. Oftmals fehlt auf den Webseiten aber das Anbieter-Impressum gänzlich oder die Firmen haben ihren Sitz im Ausland –oh wie schön ist Panama. Wer über diese Distanz versuchen möchte, sein Recht durchzusetzen, hat im Zweifelsfall hohe Kosten – und schlechte Karten.

Aber auch bei vermutlich seriösen Angeboten ist Vorsicht geboten. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen. Ein Totalverlust ist nicht auszuschließen. Bitcoin & Co. sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel, sondern Ersatzwährungen. Wo sie als Zahlungsmittel akzeptiert werden und ob sie sich am Markt behaupten können, ist kaum verlässlich vorherzusagen.

 

Der Autor ist Teamleiter „Marktwächter Finanzen“ bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Bitcoin

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