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Fußball Kein Financial Fairplay

Im Fußball wie an den Finanzmärkten ist die Moral nichts und Geld dafür alles. Unsere Kolumne „Gastwirtschaft“.

08.08.2017 12:58
Neymar und Nasser Al-Khelaifi
Neymar posiert mit Paris Saint Germains Presidenten Nasser Al-Khelaifi. Foto: afp

vor der Finanzkontrollkammer (FKK) des Europäischen Fußballverbands Uefa müssen die Profiklubs der Länder in Bezug auf ihre Finanzen die Hosen herunterlassen. 2015 wurde ein Regelwerk eingeführt, das sich „Financial Fairplay“ nennt.

Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker brachte sportliches Fairplay einst so auf den Punkt: „Der Sportler, der das Fair Play beachtet, handelt nicht nach dem Buchstaben, er handelt nach dem Geist der Regeln“. Doch das Fußballgeschehen entwickelte sich zu einem florierenden Markt, in dem das Streben nach Geld den zugrundeliegenden Sport zweitrangig machte. Ein Wachstumsmarkt entstand, in dem es um Milliarden-Beträge für Vereine, Spieler und Unternehmen geht. Der Weg zu den Geldtöpfen führt über den sportlichen Erfolg. Und der ist langfristig betrachtet käuflich.

Um dem entgegenzuwirken, stellte die Uefa das „Financial Fairplay“ als Regel auf. In Kurzfassung lautet diese: „Es geht darum, die finanzielle Gesundheit des europäischen Klubfußballs zu verbessern.“ Im Kern soll verhindert werden, dass die Klubs sich zunehmend verschulden und dass einzelne Geldgeber mit immensen Summen finanzschwächere Vereine an die Wand spielen können. Doch der Geist dieser Regel scheint nur ein Papiertiger zu sein. Wenn es um Geld geht, hört die Freundschaft auf. Fairplay funktioniert auf dem Sportplatz, aber nicht bei Finanzen. Der „Geist des Geldes“ ist einer, der nur eine Richtung kennt: unendliches Wachstum.

Weltweit wachsen Geldvermögen seit Jahrzehnten exponentiell und erschaffen Märkte, die noch unerschlossen und gewinnversprechend sind, unempfindlich für ethische und moralische Gewohnheiten, die zuvor bestimmend gewesen sein mögen. Financial Fairplay scheitert nicht an der Schlechtigkeit der Menschen, sondern an der Unzulänglichkeit des Systems. Keine Staumauer vermag einen ständig anschwellenden Geldsee aufzuhalten. Anstatt erfolglose Regelwerke gegen nicht im Sinne der Gemeinschaft Handelnde zu ersinnen, bedarf es der Erforschung des abnormalen Wachstumszwangs. Finanzielle Unfairness ist im bestehenden Geldsystem ein Erfolgsrezept. Es führt kein Weg an strukturellen Veränderungen vorbei.

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