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Digitalisierung Das Lernen lernen

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten. Anstatt sich ihr zu verschließen, sollten wir ihr aktiv begegnen. Die Gastwirtschaft.

10.07.2018 09:45

In Sachen Digitalisierung haben junge Menschen einen Vorteil: Sie gehen unvoreingenommen und spielerisch damit um. Doch niemand bleibt ewig jung. Den wenigen Early Adoptern, die sich ihre jugendliche Leidenschaft, ihre Experimentierfreude und ihren Wissensdurst bewahrt haben, steht ein großer Teil der Gesellschaft gegenüber, der Neuem skeptisch gegenübersteht; der abwartet und hofft, dass der Spuk irgendwann wieder vorbei sein wird.

Wir Deutschen neigen dazu, Dinge zu bewahren; wo immer möglich, auf Nummer sicher zu gehen. In kaum einem anderen Land wird so viel Geld für Versicherungen ausgegeben. Doch eine Versicherung gegen Fortschritt gibt es nicht. Besser wir stellen uns darauf ein, dass immer mehr Automatisierung in unserem Leben Einzug halten wird.

Microsoft will einen privaten Assistenten oder „Freund“ zum Patent anmelden. Diese künstliche Intelligenz (KI) agiert eigenständig in sozialen Netzen und schickt Suchanfragen zu Themen durchs Netz, die sie beim Anwender aufschnappt. Sie sind skeptisch? Das ist gut. Doch für Kritik ist Wissen nötig, zumindest über die groben Zusammenhänge. Das Konzept „lebenslanges Lernen“ war nie so wichtig wie heute.

Doch was tun wir, wenn wir nicht zu den Early Adoptern zählen, wenn uns die Motivation fehlt, wenn wir nicht wissen, wie und wo wir anfangen sollen? Wir müssen das Lernen lernen. Wir befassen uns fast ausschließlich damit, was wir lernen, aber nicht wie. Die neuen Technologien sind da hilfreich: Sie bieten grandiose Möglichkeiten, Teammitglieder, die nicht ständig zusammenhocken, zusammenzubringen; sich an jedem Ort der Welt mit dem Lernen zu beschäftigen oder Wissen auszutauschen; gemeinsame Entwicklungen voranzutreiben und sich auch von seinem KI-Assistenten bei der Suche nach wichtigem Wissen unterstützen zu lassen. Das sind Schlüsselfaktoren für den wirtschaftlichen Erfolg der Zukunft. Die aktive Beschäftigung mit unseren Lernfeldern, kombiniert mit positiven Lernerfahrungen, wandeln Zurückweisung in Motivation.

Für eine solch positive Lernkultur müssen wir uns unsere Wissenslücken aber erst einmal eingestehen. Chefs und Chefinnen müssen mit gutem Beispiel vorangehen. So hängt die „Cloud“ nicht grau und bedrohlich über uns, sondern weiß und flockig.

Die Autorin ist in der Erwachsenenbildung tätig. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Entwicklung von Selbstlernkompetenz im digitalen Zeitalter.

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