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Konjunktur Beschwingt in den Frühling

Die Arbeitslosigkeit sinkt im März weiter. Auch die Prognose für das Gesamtjahr stimmt optimistisch.

31.03.2016 16:18

Monat für Monat wird Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit, derzeit positiv überrascht. Auch in diesem Monat wieder: „Wir haben weiterhin die Tendenz, dass es im Arbeitsmarkt etwas besser läuft, als wir eigentlich erwarten“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der ersten Arbeitsmarktzahlen für März. Und das, obwohl nun auch Flüchtlinge zunehmend nach einem Arbeitsplatz suchen.

Die Arbeitslosenzahl blieb im März unter der politisch wichtigen Grenze von drei Millionen: Bei der Bundesagentur für Arbeit waren 2,845 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 87 000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher ist jedoch weiterhin sehr hoch: 4,34 Millionen Menschen haben im März das Arbeitslosengeld II bezogen. Ein Großteil von ihnen war nicht arbeitslos, jedoch hat das Einkommen aus Erwerbstätigkeit zum Leben nicht gereicht.

Das hat einerseits mit zu niedrigen Löhnen zu tun, und andererseits damit, dass es nicht genügend Vollzeitjobs gibt oder die Menschen aus privaten Gründen nur Teilzeit arbeiten können, etwa wegen der Kinderbetreuung, der Pflege der Eltern oder einer Aus- und Weiterbildung.

Weiterhin Defizite

Das lenkt den Blick darauf, dass der Arbeitsmarkt insgesamt immer noch Verbesserungspotenzial hat. Das zeigt der FR-Arbeitsmarktindex (FRAX), in den eine Vielzahl von Daten einfließt, um eine umfassende Beurteilung der Arbeitsmarktsituation zu ermöglichen. Aktuell liegen die Daten bis September 2015 vollständig vor. Demnach hat sich die Arbeitsmarktsituation insgesamt zwar verbessert, der FRAX erreichte den höchsten Stand in einem 3. Quartal seit dem Beginn der Berechnungen 2007 und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation im Schlussquartal noch einmal verbessert hat. Jedoch fallen die Verbesserungen im Bereich der Zugangschancen von benachteiligten Gruppen in den Arbeitsmarkt (zum Beispiel Langzeitarbeitslose), der Arbeitsbedingungen und der Einkommensentwicklung im Vergleich zu 2007 weiterhin minimal aus.

Die Grünen warfen Arbeitsministerin Andrea Nahles denn am Mittwoch auch wiederholt vor, auf „untaugliche Rezepte“ bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu setzen. Es seien unverändert über eine Million Menschen länger als ein Jahr arbeitslos. Daran habe sich in Nahles’ Amtszeit wenig geändert, sagte die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte, dass Menschen trotz Arbeit weiterhin vor Armut nicht sicher seien.

Mehr Ausbildungsplätze

Jedoch dürfte sich die Position der Arbeitnehmer zumindest in Teilen des Arbeitsmarktes weiter verbessern. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten offenen Stellen ist im März erneut gestiegen. Für 635 000 Jobs haben Unternehmen in diesem Monat über die Bundesagentur nach geeigneten Kandidaten gesucht. Das waren 92 000 mehr als vor einem Jahr. „Besonders gesucht waren Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, in Verkehr, Logistik und Verkauf“, so die BA.

Auch die Zahl der über die Agentur ausgeschriebenen Ausbildungsplätze ist gestiegen: Im Zeitraum Oktober bis März lag sie bei 441 000, das waren 15 000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit wurde die Zahl der registrierten Ausbildungsbewerber um 31 000 übertroffen. Jedoch bildet die Bundesagentur für Arbeit nur einen Teil des Ausbildungsmarktes ab.

Für das laufende Jahr bleibt Bundesagentur-Chef Weise optimistisch. „Wir können davon ausgehen, dass der Arbeitsmarkt an sich gut weiterläuft“, lautete am Donnerstag seine Einschätzung. Durch die Flüchtlingszuwanderung werde die Zahl der Arbeitslosen im zweiten Halbjahr zwar steigen. Für das Gesamtjahr rechnet er dennoch mit einem leichten Rückgang auf „knapp unter 2,8 Millionen“. Gemessen am Umfeld und an den Risiken sei das „eine sehr, sehr gute Entwicklung im Arbeitsmarkt“.

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