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Arbeitsmarkt Jubeln oder nicht jubeln?

Vom Arbeitsmarkt erreicht uns derzeit eine positive Nachricht nach der anderen. Doch wie gut läuft es historisch gesehen tatsächlich?

28.01.2018 15:18
Lehrlinge in einem Ausbildungsbetrieb
Am Lehrstellenmarkt hat sich die Lage nur leicht verbessert. Foto: epd
  • FR-Arbeitsmarktindex

    Ausbildung

    Die Ausbildungssituation hat
    sich auf Zwölf-Monats-Sicht leicht
    verbessert. Dabei sticht eine Entwicklung hervor: Erstmals seit 2010 wurden wieder – wenn auch nur leicht – mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen.
    Ein Lichtblick in einer jahrelangen Negativentwicklung. Von einer Trendwende zu sprechen, wäre allerdings noch zu früh. Denn noch immer finden zu wenige junge Menschen einen Ausbildungsplatz und bleiben zu viele Lehrstellen unbesetzt. Ebenfalls positiv: Auch die Zahl der Azubis, die nach der Ausbildung von ihrem Betrieb übernommen werden, ist gestiegen. Und das Angebot zwischen angebotenen Lehrstellen und Bewerbern verbesserte sich leicht. db

  • FR-Arbeitsmarktindex

    Einkommen

    Die Einkommen steigen, wenn auch nicht schnell: Die Reallöhne legten im dritten Quartal um 0,7 Prozent zu, damit haben die Arbeitnehmer effektiv mehr Geld in der Tasche als zwölf Monate zuvor. Das dürfte zur aktuell exzellenten Konsumstimmung beitragen. Außerdem erhielten die Beschäftigten – in Form von Löhnen – einen geringfügig größeren Teil vom Volkseinkommen, zu dem auch die Firmengewinne und die Einkünfte der Kapitalgeber zählen. Ebenfalls positiv: Die Zahl der Erwerbstätigen, die ihr Einkommen mit Arbeitslosengeld II aufstocken müssen, ist um 2,4 Prozent gesunken. Die Einkommensschere zwischen Gut- und Geringverdienern hat sich erneut leicht geöffnet. db

  • FR-Arbeitsmarktindex

    Arbeitsbedingungen

    Die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Arbeitnehmer sind erneut gestiegen. Im dritten Quartal gab es ein Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Ein wesentlicher Treiber sind psychische Erkrankungen, die zu besonders langen Ausfallzeiten führen. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle hat sich trotz des Beschäftigungsanstiegs im Vergleich zum Vorjahresquartal nicht verändert. Die Arbeitsbedingungen schätzen die Arbeitnehmer positiver ein. Hier geht es zum Beispiel darum, ob sie sich im Betrieb weiterentwickeln können, ob die benötigten Arbeitsmittel zur Verfügung stehen und wie das Verhältnis zu den Kollegen und Vorgesetzten ist. db

  • Besonders sticht allerdings die Beschäftigung hervor, die dank Rekorderwerbstätigkeit, steigendem Arbeitsvolumen, geringerer Arbeitslosigkeit und einem Vormarsch der sozialversicherungspflichtigen Arbeit zulasten der geringfügigen Arbeitsverhältnisse in diesem Zeitraum auf 117,2 Punkte zulegen konnte. Andere Kategorien haben da deutlich schlechter abgeschnitten.

    Kein Grund zum Jubeln? Auch Bontrup sieht die positiven Entwicklungen in diesem Zeitraum. Doch sein Blick reicht eben weiter zurück. Er verweist darauf, dass die Arbeitslosigkeit und das Arbeitsvolumen, also die Zahl der insgesamt gearbeiteten Stunden in Deutschland, auf dem Stand von 1991 liegen. Dass heute mehr Menschen arbeiten würden, liege daran, dass es mehr Teilzeitjobs gebe. „Die Teilzeitquote lag 1991 bei 17,9 Prozent und 2017 bei 37,8 Prozent.“

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