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Arbeitsmarkt Der Nachwuchs droht auszugehen

Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung warnt Firmen vor den Folgen mangelnder Ausbildung.

30.01.2018 12:14
Großküche
Großküche der Kantine in einem Berufskolleg in Düsseldorf, Azubis bewirtschaften im Rahmen ihrer Ausbildung die Gastronomie der Schule, praktischer Unterricht in der Großküche der Mensa. Foto: Imago

In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Initiativen gestartet, mit denen die Probleme am Ausbildungsmarkt angepackt werden sollen. So gibt es zum Beispiel seit gut zwei Jahren die Assistierte Ausbildung. Sie soll Zugänge zur Ausbildung für junge Menschen schaffen, die bislang aufgrund ihrer Voraussetzungen eher geringe Chancen haben. Dazu unterstützt ein Bildungsträger als dritter Partner sowohl die Auszubildenden als auch die Ausbildungsbetriebe. Das eröffnet Firmen die Möglichkeit, zum Beispiel Interessenten mit Hauptschulabschluss einzustellen und so diese Potenziale zur Fachkräftesicherung zu nutzen.

„Wichtig ist auch die Förderung der Berufsorientierung schon während der allgemeinbildenden Schulzeit – und das an allen weiterführenden Schulen, einschließlich der Gymnasien“, sagt Esser. In den vergangenen Jahren seien hier zahlreiche Maßnahmen initiiert worden, die unter anderem dazu beitrügen, dass Jugendliche sich ihrer eigenen Interessen und Stärken bewusst werden und sich zum Beispiel durch Betriebspraktika mit möglichen Berufen auseinandersetzen, um ein realistisches Bild von diesen zu bekommen.

„Bibb-Analysen zeigen, dass es bei der Berufswahl jedoch nicht nur darauf ankommt, dass die eigenen Interessen zu den Tätigkeiten eines Berufes passen, sondern dass auch das Image des Berufes eine wichtige Rolle spielt“, erläutert Esser. Vor diesem Hintergrund könne es hilfreich sein, mit Schülern verstärkt auch implizite Bedürfnisse bei der Berufswahl, also zum Beispiel Statusbedürfnisse, zu diskutieren. In manchen Branchen wie etwa dem Gastgewerbe wird man zudem über Bezahlung, Arbeitszeiten und Behandlung der Azubis nachdenken müssen, wenn man wieder attraktiver werden will.

„Betriebe sind für Jugendliche dann besonders attraktiv, wenn sie ein gutes Betriebsklima, einen sicheren Arbeitsplatz und gute Übernahmechancen bieten“, so Esser. „Dass der Betrieb gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, wird ebenso als wichtig erachtet. Finanzielle Unterstützungen, zum Beispiel durch Fahrtkostenzuschüsse, spielen ebenfalls eine Rolle.“

Um den regionalen Unterschieden von Angebot und Nachfrage entgegenzuwirken, müsste zudem die Mobilität der Jugendlichen gefördert und unterstützt werden. Wer in jungem Alter zu Hause aus- und in ein anderes Bundesland umzieht, braucht Hilfe. „Dies geht nicht ohne entsprechende Voraussetzungen wie zum Beispiel Wohnheimplätze oder Mietkostenzuschüsse“, sagt Esser. „Passungsprobleme lassen sich durch die Förderung der Mobilität aber nur dann grundlegend lösen, wenn auch das Attraktivitätsgefälle zwischen den Berufen deutlich verringert wird.“

Auch die Arbeitgeber halten es für höchste Zeit, in der Ausbildung zu handeln. „Wir müssen mehr für unsere duale Ausbildung tun“, so DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Ansonsten droht einzutreten, wovor er schon vergangenen Sommer warnte: „Uns geht der Nachwuchs aus.“

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