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Frauenförderung Opel-Managerin gegen Quote

Rita Forst will mit ihrer Leistung überzeugen. Eine Quote würde nach Ansicht der Opel-Entwicklungschefin nur das Leistungsprinzip außer Kraft setzen.

11.02.2011 12:14
Rita Forst ist Entwicklungschefin bei Opel (Archivbild) Foto: Andreas Arnold

Rita Forst will mit ihrer Leistung überzeugen. Eine Quote würde nach Ansicht der Opel-Entwicklungschefin nur das Leistungsprinzip außer Kraft setzen.

Leistungsprinzip außer Kraft - Eine Frauenquote in Firmen würde nach Ansicht von Opel-Entwicklungschefin Rita Forst das Leistungsprinzip außer Kraft setzen. „Ich bin für mehr Frauen in Führungspositionen, aber nicht über eine künstliche Quote“, sagte Forst den „VDI Nachrichten“ (Freitag). Eine Quote würde „möglicherweise Menschen in Positionen bringen, denen sie nicht gewachsen sind - und andere benachteiligen“, argumentierte sie. Forst ist eine von zwei Frauen in der Opel- Führungsspitze. Für die Quote ist dagegen Petra Ledendecker, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU).

Opel sei mit zwei Frauen im siebenköpfigen Vorstand bereits auf dem richtigen Weg, „aber natürlich müssen und werden wir noch mehr tun, um den Anteil zu verbessern“, sagte Forst. Im Ingenieurbereich sieht sie das Problem, dass es nicht genug Frauen mit abgeschlossenem Studium gebe. Den aktuellen Streit über eine Frauenquote hatten die beiden Ministerinnen Ursula von der Leyen und Kristina Schröder (beide CDU) in den vergangenen Wochen mit unterschiedlichen Vorschlägen ausgelöst.

Statt eine Quote einzuführen, sollte die Ausgangsposition von Frauen verbessert werden, sagte Forst: „In Deutschland haben wir weder eine gute Infrastruktur zur Kinderbetreuung, noch ist die Gesellschaft so weit, Frauen, die Karriere machen, positiv zu sehen. Leider hängt diesen Frauen immer noch häufig ein negatives Image an, weil man ihnen unterstellt, Familie und Kinder für den Beruf zu vernachlässigen.“

Für VdU-Präsidentin Petra Ledendecker zeigen die Erfahrungen, „dass es ohne verbindliche Regelungen bei den Lippenbekenntnissen der Wirtschaft bleibt. In den Vorständen der Top-200-Unternehmen liegt der Frauenanteil bei 3,2 Prozent. In den Aufsichtsräten dieser Konzerne sind zwar 10,3 Prozent Frauen vertreten, jedoch beträgt der Frauenanteil der Arbeitgeberseite nur 3,8 Prozent.“

Auch das Argument, es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen, sei vorgeschoben: „Es ist mitnichten so, dass der Großteil der Frauen kein Interesse an Topführungspositionen hat, sondern offensichtlich sahen männliche Vorstände und Aufsichtsräte bisher kaum eine Veranlassung dazu, Frauen in die Entscheidungsgremien zu berufen.“ (dpa)

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