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Frauen in Führungspositionen Fest in Männerhand

Die Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet lehnen eine gesetzliche Frauenquote ab. Lediglich fünf Prozent befürworten laut Umfrage den Vorschlag von Ministerin von der Leyen, eine feste Quote von 30 Prozent einzuführen.

28.02.2011 16:29
Max Biederbeck
Foto: dapd

Bei der Frauenförderung wollen sich die Manager aus dem Rhein-Main-Gebiet nicht reinreden lassen. Eine deutliche Mehrheit der Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter Unternehmen spricht sich gegen eine gesetzliche Frauenquote bei der Besetzung der Führungsspitze eines Unternehmens aus. Das zeigt der neue Rhein-Main-Kompass.

Eine Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag von Frankfurter Rundschau, Rhein-Main-TV und Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) belegt: Weder die von Ursula von der Leyen (CDU) geäußerte Idee zur Einführung fester Frauenquoten noch die Initiative ihrer Ministerkollegin Kristina Schröder (CDU) für einen Stufenplan mit flexibler Quote stößt auf Zustimmung.

Nur fünf Prozent der Befragten sprachen sich für den Ansatz von der Leyens aus, eine feste Frauenquote von 30 Prozent einzuführen. Schröders Vorschlag, wonach die Unternehmen zunächst auf freiwilliger Basis mehr Frauen anstellen sollen, stimmten immerhin 38 Prozent zu. 58 Prozent sind gegen jedwede Quote. Auch bei nicht-börsennotierten Unternehmen lehnen drei Viertel der Befragten eine gesetzliche Quote ab.

Den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen erklären die weit überwiegend männlichen Manager aus der Region mit „Problemen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (60 Prozent). 30 Prozent machen eine „vorherrschende Männerkultur“ für den geringen Anteil an weiblichem Führungspersonal verantwortlich. 38 Prozent nennen den „fehlenden Willen von Frauen zum Aufstieg“, eine „nicht ausreichende Qualifikation“ und eine „mangelnde Zahl von Bewerberinnen“ als Grund.

Zufrieden mit dem Standort

Jenseits der Debatte über die Quote äußerten sich die befragten Wirtschaftsführer zufrieden über die Lage im Rhein-Main-Gebiet. Zwei Drittel charakterisieren ihre Standortbedingungen ohne Abstriche als „gut“, das ist allerdings ein Prozentpunkt weniger als im November. Für die Zukunft sind sie optimistisch. 74 Prozent erwarten, dass die Lage gleichbleibt, 23 Prozent ? sogar zwei Prozentpunkte mehr als im November ? rechnen mit einer Verbesserung.

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