Lade Inhalte...

Frankfurter Konsumgütermessen Stacheldraht und Spiegelei

Flaute scheint überwunden: Messe verzeichnet ein leichtes Plus bei der Zahl der Aussteller. 72 Nationen präsentieren etwa 100.000 Fachbesuchern ihre Waren.

26.01.2011 16:39
Peter Dietz
"Christmasworld 2011": Schon elf Monate vor dem Fest gibt's die neuesten Trends in der Messe Frankfurt zu bestaunen... Foto: dapd

Weihnachten wird in diesem Jahr ganz anders. Der Adventskranz ist aus echtem Stacheldraht geflochten – ein stiller Protest gegen Konsumrausch und Gefühlsduselei. Am Baum hängt keine Kugel, sondern eine aus Glas geblasene Pfanne mit Spiegelei, daneben eine kleines Eierlikörfläschchen – mahnende Erinnerung an den Dioxin-Skandal. Solche und andere Produkte fürs kommende Fest zeigen von Freitag an rund 970 Aussteller auf der "Christmasworld".
Die Schau gilt als Weltleitmesse für Hersteller und Händler von Dekorations- und Festartikeln. Denn die Einkäufer ordern schon jetzt Ware für das noch knapp elf Monate entfernte Weihnachtsfest 2011. In den Läden gefragt sein könnte auch die Prothese für den Weihnachtsbaum. Hat Papa wieder mal die letzte Tanne angeschleppt, kann die damit fix aufgepeppt werden. Funktioniert genau wie Muttis Haarverlängerung: Künstliche Teile schließen Lücken beim Original – zumindest auf den ersten Blick.

Das schlägt die Brücke zur Schwestermesse "Hair&Beauty", die am anderen Ende des riesigen Geländes ebenfalls am Wochenende stattfindet. Dort werden neben Haarteilen und Perücken auch neue Produkte für die Pflege von Frisur und Haut präsentiert. Zur Schönheitsmesse angemeldet haben sich fast 170 Aussteller – 46 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Doch nicht nur die Deko- und Friseur-Branche trifft sich dieser Tage in Frankfurt. Auf der "Paperworld" zeigen sich zudem die Hersteller von Büro- und Schreibartikeln, auf der "Creativeworld" die Anbieter von Bastel- und Hobbybedarf. Bis 1990 lief die Konsumgüterschau unter dem Titel "Frühjahrsmesse", danach unter der Marke "Premiere". Seit neun Jahren schweben die vier Branchenthemen als separate Welten im Verbund nebeneinander. Insgesamt zeigen 3257 Aussteller aus 72 Ländern in Frankfurt ihre Waren. Erwartet werden etwa 100.000 Fachbesucher aus Industrie, Handel und Handwerk.

Eine Branche im Wandel

Alle vier Messen verzeichnen ein zumindest leichtes Plus bei den Ausstellerzahlen. Das Messegelände sei voll belegt, sagte Messe-Geschäftsführer Detlef Braun am Mittwoch. Das ist ein Indiz dafür, dass die Flaute überwunden scheint. Die Wirtschaftskrise hatte die Konsumgüterindustrie besonders hart getroffen. Nach Pleiten und Fusionen ist die Branche dennoch weiter im Wandel.

Das zeigt sich auch auf der Frankfurter Messe. Neu ist etwa die Sparte "Creativeworld" für Hobby-, Bastel- und Künstlerbedarf, die aus dem bisherigen Angebot der "Paperworld" hervorgeht. Neu ist auch die Untermesse "Remax", die sich mit der Wiederaufbereitung von Druckerzubehör beschäftigt.

Bisher war die "Remax" Gastveranstaltung einer britischen Gesellschaft. Jetzt aber hat der Frankfurter Messe-Konzern die Marke übernommen. Über den Kaufpreis schweigen beide Parteien. Mit derzeit 170 Ausstellern ist die "Remax" zwar noch relativ klein, mit Blick auf die zunehmende Bedeutung von Computern und Druckern in der Arbeitswelt hat die Schau durchaus Potenzial. Und sicher gibt’s auch den Weihnachtsbaum zum Drucken.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen