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Forbes Bill Gates bleibt reichster Mensch der Welt

Auf dem Spitzenplatz der Liste der Superreichen bleibt alles beim Alten. Die Tech-Unternehmer Mark Zuckerberg und Jeff Bezos rollen das Milliardärs-Ranking des „Forbes“-Magazins auf.

Microsoft co-founder Gates is seen on a screen during the awards ceremony of the newly established Axel Springer Award in Berlin
Bill Gates bleibt der reichste Menschen der Welt. Foto: REUTERS

Die Jüngste im erlesenen Zirkel der Superreichen ist ein norwegischer Teenager mit einer Vorliebe für Pferde.  Alexandra Andresen, 19, und ihre Schwester Katharina, 20, erbten große Anteile an der Investmentfirma der Familie und stiegen so in den Club der  Dollar-Milliardäre auf. An der Spitze der vom US-Magazin Forbes alljährlich erstellten Liste aber thront wie fast immer in den vergangenen Jahrzehnten Microsoft-Gründer Bill Gates. Der Star aus dem Computer-Zeitalter ohne Internet  konnte es verkraften, dass sein Vermögen um gut vier Milliarden Dollar schrumpfte. Ihm blieben 75 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro), so dass der 60-Jährige seinen Titel als reichster Mensch der Welt verteidigte.

Damit wehrte er den Angriff der Internet-Giganten noch souverän ab. Rasch stürmte besonders der erst 31 Jahre alte Facebook-Chef Marck Zuckerberg voran. Dank der  Kursgewinne seines Konzerns sammelte er über elf Milliarden Dollar zusätzlich ein und kommt nun auf 44,6 Milliarden Dollar. Deutlich zeigt sich der Siegeszug der digitalen Wirtschaft am Aufstieg von Amazon-Boss Jeff Bezos, der gut zehn Milliarden Dollar dazu gewann und mit 45,2 Milliarden noch knapp vor Zuckerberg liegt.

Insgesamt gesehen haben die Superreichen schon bessere Zeiten erlebt.  Börsenturbulenzen und der Verfall der Ölpreise führten ganz oben zu Verlusten.  Aber auch die Aufwertung des Dollar führt zu Einbußen, da Forbes in der US-Währung abrechnet. Unter anderem sah Börsenexperte Warren Buffett mehrere Milliarden Dollar dahinschwinden. Gar  27 Milliarden Dollar büßte der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer Carlos Slim Helu ein. Insgesamt schrumpfte das Vermögen der Superreichen nach den Schätzungen von Forbes um acht Prozent auf 6,48 Billionen Dollar.

In den USA leben 540 Milliardäre, so viele wie nirgends sonst. Dahinter folgen China mit 251 und die Bundesrepublik mit 120 Supervermögenden. Nummer eins in Deutschland sind mit 25,9 Milliarden Dollar Beate Heister und Karl Albrecht Junior, die Kinder des Aldi-Mitbegründers Karl Albrecht Senior. Der 2014 im Alter von 94 Jahren Verstorbene hat Aldi in Süddeutschland aufgebaut. Die Erben von Aldi-Nord liegen mit 20,3 Milliarden in Deutschland auf Platz zwei. Dahinter rangiert als reichste Frau Deutschlands Susanne Klatten, die Quandt-Erbin mit einem hohen Anteil an BMW.

Diese Reihenfolge illustriert ein typisches Phänomen: Erbschaften spielen beim Reichtum in Deutschland eine noch größere Rolle als in anderen Ländern. Weltweit gesehen sind Vermögen wieder häufiger selbst gemacht, hat die Washingtoner Forschungsstätte Peterson Institute in einer Studie ermittelt. Dies gilt vor allem für die USA. Dort erwirtschaften sich Technikpioniere und Finanzgenies in enormer Geschwindigkeit erstaunliche Reichtümer. In Europa dagegen dominieren unter den Reichen die Erben. Auf dem alten Kontinent werde bei jedem fünfen Millionenerbe eine Familienfirma mindestens der vierten Generation übertragen. In den USA sei das aber bei weniger als jedem zehnten Fall so. Auch habe in Europa seit 2007 anders als in den Vereinigten Staaten fast keine Neugründung mehr zum Aufbau eines der ganz großen Vermögen geführt.

Trotz des aktuellen leichten Dämpfers verschärft sich die Konzentration. So nahm die Zahl der Millionäre laut dem jüngsten Verteilungsbericht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)  trotz wirtschaftlicher Probleme und der niedrigen Zinsen weltweit stetig zu. In Europa lebten vier Millionen Menschen mit einem Vermögen von über eine Million Dollar, 2009 waren es  noch weniger als drei Millionen. Gerade in den Krisenländer Spanien (plus zehn Prozent), Italien (plus acht Prozent), aber auch in Frankreich (plus fünf Prozent) fielen die Anstiege hoch aus. Dagegen fallen die Arbeitnehmer immer weiter zurück. In Spanien erhielten sie real – also um die Inflation bereinigt – im vergangenen Jahr 3,2 Prozent weniger als 2007, in Italien sogar 5,7 Prozent. Für ihre Analysen haben die Gewerkschaftsexperten die                             Vermögensberichte von verschiedenen Banken und Versicherungen ausgewertet.

Forbes setzt mehr als 50 Reporter darauf an, das Vermögen der Milliardäre zu schätzen. Dafür bewerten die Redakteure die Beteiligungen der Reichen an Unternehmen, Immobilien, Yachten, Kunst und Barmittel und ziehen die Schulden ab. Einen Anspruch auf volle Genauigkeit erhebt das Magazin nicht. Viele Zahlen stammen aus öffentlichen Quellen. Und nicht alle Reiche sind bereit, zusätzliche Informationen über ihren privaten Besitz herauszugeben.

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