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Fluggesellschaften Ryanair steigert Gewinn

Ryanair kann Gewinn den trotz Preissenkungen weiter steigern.

Ryanair
Der irische Billigflieger hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 1,32 Milliarden Euro erwirtschaftet. Foto: rtr

Ryanair schafft, was nur wenige Airlines können. Trotz sinkender Ticketpreise steigt der Gewinn. Und jetzt wollen die Iren durchstarten, vor allem in Deutschland und Italien. Konkurrenten wie die Lufthansa geraten immer stärker unter Druck.  Im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 31. März) kam ein Gewinn von 1,32 Milliarden Euro zusammen. Im Vorjahr waren es noch 1,24 Milliarden – wobei die Einnahmen aus dem Verkauf einer Beteiligung an Air Lingus dabei nicht berücksichtigt wurden. Zugleich kostete ein Ticket mit 41 Euro im Schnitt 13 Prozent weniger.

Das Kunststück der Profitsteigerung trotz sinkender Preise gelingt Ryanair mit einer Mischung aus Effizienz und Expansion. Ryanair stellt praktisch permanent neue Flieger in Dienst und erhöht damit das Angebot. So konnte die Zahl der Passagiere auf 120 Millionen gesteigert werden (plus 13 Prozent). Mit mehr Fliegern sinken zugleich die Kosten pro Passagier. Überdies kamen dem Unternehmen gesunkene Kerosinpreise zugute und die übrigen Kosten wurden noch einmal an allen Ecken und Enden des Flugbetriebs gedrückt. Ferner schafft Ryanair eine enorm hohe Auslastung mit 95 Prozent der Sitze.

Für dieses Jahr erwartet das Management weitere Preissenkungen um bis zu sieben Prozent. Das ist auch zugleich eine Kampfansage. Denn die Airlines haben es inzwischen mit teurerem Kerosin zu tun. Gleichwohl will Ryanair aufgrund geringerer Kosten pro Passagier die Tickets billiger machen. Vielen Airlines dürfte es schwer fallen, da mitzuhalten. Höhere Marktanteile für die Iren könnten die Folge sein, die fürs neue Geschäftsjahr mit 130 Millionen Fluggästen rechnen. Konzernchef Michael O’ Leary kalkuliert denn auch ein weiteres Gewinnplus auf mindestens 1,4 Milliarden Euro ein.

Die Expansion von Ryanair soll nach den Worten von Finanzchef Neil Sorahan sogar noch einmal beschleunigt werden. Es gebe auf dem europäischen Festland enorme Möglichkeiten. Schwerpunkte des Wachstums sollen in diesem Jahr Rumänien und Polen, aber vor allem Italien und Deutschland werden. Hierzulande spielt eine gewichtige Rolle, dass Air Berlin sein Angebot immer weiter zusammenstreicht. In Italien wollen die Iren Strecken der insolventen Alitalia übernehmen. Überdies hat der Billigflugrivale Easyjet aus Großbritannien gerade mit einer Schwächephase zu kämpfen: das Unternehmen leidet unter dem schwachen Pfund.

Wer kann Ryanair noch bremsen? Der Flugzeugbauer Boeing, lautet die Antwort. Ryanair setzt ausschließlich auf Maschinen des Typs 737, diese sind aber weltweit sehr begehrt. Der limitierende Faktor sei die Auslieferung neuer Flugzeuge. Man habe Boeing mitgeteilt, dass man sehr gerne zusätzliche Flieger übernehme, wenn andere Kunden kurzfristig abspringen oder wenn sich zusätzliche Fertigungskapazitäten ergeben, so Sorahan. Geplant ist, dass bis März 2018 zusätzlich 47 Jets in Dienst gestellt werden. Von Ende 2019 an werden dann die ersten von insgesamt 100 bestellten Maschinen des Typs 737 Max abheben, diese sind mit neuen sparsamen Triebwerken ausgestattet, was die Kosten weiter drückt.

Für den hiesigen Markt sieht O’Leary viel Potenzial, da der Low-Cost-Bereich im Vergleich zu anderen Ländern unterentwickelt ist. Schwerpunkte der Expansion werden Berlin und das Rheinland mit Köln/Bonn und Weeze sein – Air Berlin hat in der Hauptstadt und im Rheinland sein Angebot reduziert. Das gilt auch für Frankfurt. Ryanair-Manager haben bereits angedeutet, dass das Angebot 2018 auch am Standort FRA ausgebaut werden soll. Derzeit werden Urlaubsdestinationen in Spanien und Portugal angeflogen, im September kommen Airports in Italien oder Großbritannien hinzu, die den Billigflieger auch für Geschäftsleute attraktiver machen.

Die wachsende Präsenz in Frankfurt ist ein Pfahl im Fleische der Lufthansa. Frankfurt ist das wichtigste Drehkreuz für die Lufthansa. Mittels Zubringerverbindungen werden die Passagiere zu den lukrativen Langstreckenflügen nach Frankfurt gebracht. Doch mit jedem zusätzlichen Ryanair-Flug wird es für die Lufthansa schwerer, ihre Zubringer-Jets zu füllen. Das knabbert an der Profitabilität. Kein Wunder, dass sich LH-Chef Carsten Spohr massiv darüber beschwert, dass der FRA-Betreiber Fraport Ryanair mit günstigen Gebühren an den Main gelockt hat.

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