Lade Inhalte...

Fleischkonsum Keine heile Welt

Wer will, dass Hähne länger leben, muss selbst welche halten. Oder bei Herstellern kaufen, die im kleinen Maßstab produzieren - Bioprodukte aus dem Supermarkt sind nicht die Lösung. Ein Kommentar.

Haushühner im Auslauf.
Wer will, dass Hühner länger leben, muss selbst welche halten - oder Eier bei Herstellern kaufen, die im kleinen Maßstab produzieren. Foto: imago

Wer Tiere essen will, der muss aushalten, dass diese getötet werden – eine sehr einfache Wahrheit. Eigentlich ebenso einfach, nur nicht so populär, ist folgende Einsicht: Wer keine industriell hergestellten Lebensmittel essen will, der darf sie nicht kaufen. In Supermarktketten kaufen wir industriell hergestellte Lebensmittel – auch dann, wenn sie biologisch erzeugt wurden.

Das Schreddern von Küken hat Verbraucher aufgeschreckt. Kein Wunder, Bilder süßer kleiner, pelziger Bällchen, die mittels Fließband in Schredder transportiert werden, sind schockierend. Das gab es auf Bauernhöfen der Kindheit – falls Kunden je auf einem echten waren – nicht.

Nur: Die sogenannten Bruderhähne sterben halt nach fünf Monaten, wenn sie nicht mehr süß sind. Oder auch schon nach acht Wochen, wenn sie bei Biozüchtern im industriellen Maßstab ausgebrütet wurden und dann zu Separatorenfleisch verarbeitet werden. Faustregel: Je lauter die Werbekampagne, desto früher stirbt der Hahn.

Wer das nicht will, muss selbst Hühner halten. Oder Eier bei Herstellern kaufen, die im kleinen Maßstab produzieren – dann leben und legen die Hennen länger, es entsteht weniger männlicher „Überschuss“. Aber seine heile Werbescheinwelt mit gutem Gewissen, häufigem Konsum nur der Edelteile vom Tier, ohne Mühe direkt vor der Haustür kaufen, und zwar zu günstigen Preisen – das ist Selbstbetrug und funktioniert nicht.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum