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Fleischatlas 2013 Verhängnisvolle Vorliebe für Fleisch

1094 Tiere isst jeder Deutsche durchschnittlich während seines Lebens. Viel zu viel, finden BUND und Heinrich-Böll-Stiftung. Sie fordern die Abkehr von der massenhaften Fleischproduktion.

Durchschnittlich isst jeder Deutsche 1094 Tiere während seines Lebens. Foto: dpa

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat eine Abkehr von der massenhaften Fleischproduktion in der Landwirtschaft gefordert. „Neben der Energiewende brauchen wir eine überfällige Agrarwende“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Donnerstag in Berlin mit Blick auf die Wahlen 2013 im Bund und den großen Agrar- Ländern Niedersachsen und Bayern. Anders ließen sich Probleme wie der Rückgang von Pflanzenarten, Grundwasserbelastungen und der massive Einsatz von Antibiotika nicht lösen.

1094 Tiere pro Bürger

Auch der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Barbara Unmüßig, forderte im Hinblick auf die auf die weltweit steigende Nutzung von Landflächen für die Futtermittelproduktion ein Umdenken: „Mittlerweile nutzen wir nahezu ein Drittel der weltweiten Landflächen für die Futtermittelproduktion, während die Kleinbauern zunehmend ihr Land und damit ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage verlieren. Das Schnitzel auf unserem Teller geht also nicht selten auf Kosten der Ernährungssicherheit zahlreicher Menschen im Süden dieser Welt.“

Zusammen mit Le Monde Diplomatique und der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlicht der BUND den "Fleischatlas 2013". Er basiert auf der Nationalen Verzehrstudie von 2008 der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Laut der darin enthaltenen Daten ist der Fleischkonsum in Industrieländern viel höher als in armen Ländern. Jährlich verspeisen die Bundesbürger mit rund 60 Kilogramm durchschnittlich etwa doppelt so viel Fleisch wie Menschen in Entwicklungsländern. Im Laufe ihres Lebens verzehrt jeder Deutsche im Durchschnitt 1094 Tiere, verteilt auf vier Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner.

Thüringer essen am meisten Fleisch

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern essen die Männer in Thüringen am meisten Fleisch. Die Männer aus Rheinland-Pfalz essen dagegen bundesweit am wenigsten. Auch bei den Frauen verzehren die Rheinland-Pfälzerinnen am wenigsten. Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg belegen die ersten Plätze.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des BUND.

(mit dpa/afp)

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