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Ex-Vorstandschef VW Winterkorn kassiert obszöne Bezüge

3100 Euro pro Tag plus Dienstwagen bis ans Lebensende erhält der Ex-VW-Chef. Es wäre ein Gebot sozialer Hygiene, zumindest einen Großteil dieses Geldes zu spenden. Doch das hält Winterkorn offenbar nicht für nötig. Ein Kommentar.

Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn bezieht im Ruhestand außergewöhnlich hohe Bezüge. Foto: rtr

Martin Winterkorn liefert Verdruss millionenfach frei Haus. Ein Mann, in dessen Zeit als VW-Vorstandschef einer der größten Wirtschaftsskandale der bundesdeutschen Geschichte fällt, kassiert nach seinem Rückzug vor 16 Monaten weiterhin ungerührt Millionen: Erst als Gehalts- und Bonuszahlungen, seit Jahreswechsel als Betriebsrente de luxe. Fast 3100 Euro pro Tag plus Dienstwagen bis ans Lebensende wären selbst für einen ungebrochen erfolgreichen Konzernchef im Ruhestand überaus üppig bemessen. Im Fall Winterkorns erscheinen die Zahlungen aber nachgerade obszön.

Es wäre ein Gebot sozialer Hygiene, zumindest einen Großteil des Geldes gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. Offenbar hält das Winterkorn nicht für nötig. Auch der Umstand, dass der Konzernaufsichtsrat die Millionenzahlungen an Winterkorn in dessen Arbeitsvertrag festlegte, macht schaudern – zumal das Kontrollgremium mehrheitlich mit Vertretern der Belegschaft, der IG-Metall und der niedersächsischen Landesregierung besetzt ist. Am schlimmsten aber erscheint das „Weiter so“ und der herablassende Umgang des Konzerns mit der Öffentlichkeit und den geschädigten Kunden.

Winterkorn und Konzern schaden nicht nur der Reputation der deutschen Wirtschaft, sie werfen auch die Frage nach der Legitimation der wirtschaftlichen und politischen Strukturen auf. Wer, ob von links oder rechts, Argumente gegen „das System“ sucht, wird in Wolfsburg fündig.

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