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Energiewende Erneuerbare: Zahl der Jobs steigt

Erstmals seit 2011 steigt in Deutschland wieder die Zahl der Jobs in der Branche der Erneuerbaren Energien.

Windturbine
Erneuerbare schaffen Jobs. Foto: afp

In Ländern mit einer attraktiven Förderung seien die Vorteile erneuerbarer Energien offensichtlich, und zwar in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht. Diese Aussage stammt nicht von einer Umweltorganisation, sondern von Adnan Amin. Er ist der Generaldirektor einer Organisation, der 155 Staaten und die EU angehören. Irena heißt sie. Es handelt sich um die internationale Agentur für erneuerbare Energie. 

Sie hat am Dienstag neue Zahlen zur Beschäftigung vorgelegt. Weltweit verdienten demnach im vergangenen Jahr rund 10,3 Millionen Frauen und Männer mit regenerativer Energie ihr Geld – ein Plus von 500 000 Stellen oder gut fünf Prozent zum Vorjahr. Deutschland ist ganz vorne dabei. Und es wird eine Trendwende gemeldet. Erstmals seit 2011 sei die Zahl der Jobs hierzulande wieder gestiegen – der Windenergie sei Dank.

Mit aktuell mehr als 330 000 Beschäftigten zählen die Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren längst zu den wichtigen Arbeitgebern hierzulande. Mit 160 000 Beschäftigten ist davon fast die Hälfte in der Windbranche angestellt. In der Sparte Photovoltaik hingegen sinkt die Beschäftigung seit Jahren. Die Fertigung ist vor allem nach China abgewandert, mit weniger als 45 000 Arbeitnehmern sind die Belegschaften auf etwa ein Drittel der Größe der Jahre 2010/2011 zusammengeschrumpft. Weltweit liegt Deutschland laut Irena dennoch auf dem fünften Platz – hinter den Giganten China, Brasilien, USA und Indien. 

Dass es weltweit so gut aussieht mit den Erneuerbaren hat vor allem mit dem technischen Fortschritt zu tun. Und der könne durch Förderprogramme der Regierungen und eine attraktive Regulierung noch ausgebaut werden, so Rabia Ferroukhi, der bei Irena die Abteilung Politik leitet. Die aktuellen hiesigen Ausschreibungen für Wind- und Sonnenenergie zeigen, dass Ökostrom inzwischen billiger erzeugt werden kann als in neuen Kohlekraftwerken. 

Laut Irena ist Deutschland neben Großbritannien mittlerweile der weltweit führende Erzeuger von Windstrom im Meer. In der gesamten EU seien 2017 Offshore-Anlagen mit einer Kapazität von insgesamt 3100 Megawatt hinzugekommen, das entspricht fast der Leistung von drei Atomkraftwerken. 

Damit habe sich die Ausbaugeschwindigkeit im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, so die Irena-Experten. Allein in deutschen Gewässern wurden Mühlen mit 1250 Megawatt in Betrieb genommen. An Land wurden knapp 1800 Windräder mit einer Gesamtleistung von 5300 Megawatt aufgestellt – ein Rekord.

Und diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Die Irena-Experten erwarten, dass der Siegeszug der Erneuerbaren weltweit weitergeht und damit auch die Zahl der Beschäftigten bis 2030 auf fast 24 Millionen steigen wird. Um den Boom nicht abbrechen zu lassen, fordert die Agentur politische Entscheidungen, die eine „gerechte und faire Transformation vom derzeitigen Energiesystem“ zu einem mit erneuerbaren Energien vorantreibt.

Dieser Appell passt auch zur Lage in Deutschland. Die neue Bundesregierung geht die Energiewende zögerlich an. Der Ausbau der Wind- und Sonnenenergie wird rationiert. Eine Reform führte zudem zu Fehlentwicklungen bei der Windkraft an Land. Zum Zuge kamen bei Projektausschreibungen fast nur Genossenschaften, hinter denen große Firmen standen. Sie können sich nun viereinhalb Jahre Zeit lassen, um Projekte umzusetzen. Der Bundesverband Windenergie (BWE) und die Anlagenbauer-Lobby VDMA befürchten nun, dass es im nächsten und übernächsten Jahr wegen der langen Umsetzungsfristen zu einer „Delle“ beim Windenergie-Ausbau kommt. Bei vielen Unternehmen sei bereits ein Auftragsschwund zu erkennen, so der BWE. Das könnte auch zu Stellenabbau führen. 

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