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Energiepolitik Indianerinnen im Bank-Tower

Eine Delegation berichtet Geldhäusern und Versicherern über die Folgen von Ölpipeline-Projekten. Die Aktivisten fordern ein Ende der Finanzierung.

Indianerinnen
Regenschirme sind okay. Tomahawks oder Speere sollten aber bitte draußen bleiben, so Bankmanager, bevor sie die Delegation der Indianerinnen empfangen wollten. Foto: Teena Pugliese

Ein weiteres Signal: Die französische Großbank BNP Paribas, die ebenfalls an Dakota Access beteiligt war, gab bekannt, keine Fracking- und Ölsandfirmen mehr finanzieren zu wollen. Als Erfolg sehen die Pipelinegegner auch die Kehrtwende der Bayerischen Landesbank. Das Münchner Geldhaus zählt zu den 17 Banken, die die Dakota-Pipeline direkt finanziert haben; angeblich mit 120 Millionen Dollar. Die Konzernspitze teilte im Februar mit, sie werde aus dem Konsortium aussteigen und stehe „für eine zeitnah erwartete Anschlussfinanzierung nicht zur Verfügung“. 

Die Delegation der Indianerinnen hatte natürlich nicht erwartet, dass ihre Besuche in den Geldzentralen ähnlich spektakuläre Entscheidungen zur Folge haben würden. „Es ging darum, ins Gespräch zu kommen und klar zu machen, dass die Projekte dem Image der Banken schaden“, sagt Delegationsleiterin Osprey Orielle Lake, die Geschäftsführerin der Frauenaktivistengruppe „Women’s Earth and Climate Action Network“ ist. Man sei zumeist sehr freundlich aufgenommen worden, zum Teil dauerten die Gespräche mit den Nachhaltigkeitsmanagern der Banken mehrere Stunden. „Wir haben klar gemacht, dass wir weiter für die Rechte der Indigenen und den Schutz des Landes, des Wassers und des Klimas eintreten. Und dass wir zurückkommen werden, um den Austausch fortzusetzen“, berichtet Lake.

Die Banken halten sich bedeckt. Es seien vertrauliche Gespräche gewesen, in guter Atmosphäre, man habe Meinungen ausgetauscht, heißt es bei der Bayern LB. Der Beschluss zum Ausstieg aus Dakota Access stehe, sagte ein Sprecher der FR. Andere Ölinfrastrukturprojekte würden aber „natürlich weiterhin finanziert“ – wenn die Nachhaltigkeitskriterien der Bank erfüllt seien. 
Auch bei der Deutschen Bank, die ein am Bau der Dakota-Pipeline beteiligtes Unternehmen mit Krediten versorgt hat, ist von einem „interessanten, angenehmen Gespräch“ die Rede. Ob der Kurs des Geldhauses künftig weiter in Richtung fossiles Divestment geht, nachdem die Bank einen Ausstieg aus neuen Kohlebergwerksprojekten angekündigt hat – dazu hieß es, es gebe noch keine neue Positionierung. Allerdings sagte ein Banksprecher, der Schritt von BNP gegen Fracking-Projekte könne als „richtungsweisend“ angesehen werden. Bei der Deutschen Bank gebe es eine solche Entscheidung – noch – nicht.

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