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Energiekonzern Eon streicht 11.000 Stellen

Der Düsseldorfer Eon-Konzern will in der Konzernzentrale jede zweite der 850 Stellen streichen. Weltweit fallen 11.000 Jobs weg. Hintergrund soll der Atomausstieg sein. Verdi ruft zu einer Protestwoche und Demonstrationen auf.

25.10.2011 11:56
Im Energiekonzern Eon wächst die Unruhe über den angekündigten Abbau von weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätzen. Foto: Federico Gambarini

Der Düsseldorfer Eon-Konzern will nach Informationen der «Bild»-Zeitung in der Konzernzentrale jede zweite der 850 Stellen streichen. Das habe der Konzern während einer Betriebsversammlung am Dienstag in Düsseldorf angekündigt, erfuhr die Zeitung aus Betriebsratskreisen.

Den Vorstandsplänen zufolge sollen 430 Stellen wegfallen. Der Konzern wollte sich erst am Mittag nach dem Ende der Versammlung äußern. Weltweit will Eon im Zuge von Einsparungen 11.000 der 85.000 Arbeitsplätze abbauen. In Deutschland sollen rund 6500 Mitarbeiter betroffen sein.

Verdi plant Protestwoche

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Energieriesen Eon zu einer Protestwoche gegen den geplanten Stellenabbau aufgerufen. Von Donnerstag bis zum übernächsten Montag seien bundesweit Betriebsversammlungen, Demonstrationen und Kundgebungen geplant, teilte Verdi mit. Betriebsbedingte Kündigungen hat das Unternehmen dabei nicht ausgeschlossen. Als Grund nannte der Konzern unter anderem die Folgen des Atomausstiegs.

Verdi kritisierte, noch immer lägen keine konkreten Pläne zum Konzernumbau vor, die Beschäftigten würden im Ungewissen gelassen. „Das führt zu Unruhe und Aufregung im gesamten Konzern“, erklärte die Gewerkschaft.

AKW-Betreiber bekommen Atomsteuer vorläufig zurück

Nach Erfolgen vor Gericht im Streit um die Atomsteuer haben die Betreiber RWE und Eon gezahlte Abgaben in Höhe von rund 170 Millionen Euro vorläufig erstattet bekommen. „Wir haben rund 75 Millionen Euro zurückerhalten“, sagte ein RWE-Sprecher am Dienstag. Die Summe hatte RWE vor wenigen Monaten nach dem Brennelementewechsel für das Atomkraftwerk Gundremmingen gezahlt.

Das Finanzgericht München hatte dies kürzlich beanstandet. Da das Verfahren aber in die nächste Instanz geht, müssen die Versorger die jetzt erstatteten Summen als Rücklagen auf die hohe Kante legen. Zudem müssen sie in weiteren Fällen zunächst die Steuer zahlen, ehe sie dagegen klagen können. Jeder Fall wird einzeln entschieden.

Eon bekam nach Angaben aus Unternehmenskreisen 96 Millionen Euro erstattet, nachdem das Finanzgericht Hamburg die Zahlung des Konzerns für das AKW Grafenrheinfeld moniert hatte. Über die Rückzahlungen hatte auch das „Handelsblatt“ berichtet. Zu laufenden Verfahren nehme der Konzern keine Stellung, sagte ein Eon-Sprecher. Die Versorger sehen sich durch die jüngsten Urteile bestätigt, die Bundesregierung will diese anfechten. Der Rechtsstreit dürfte Jahre dauern.

Nach den Urteilen der Finanzgerichte in München und Hamburg war zunächst unklar gewesen, ob die Steuer zunächst zurückgezahlt wird. RWE-Chef Jürgen Großmann und Eon-Boss Johannes Teyssen wollen mit den Verfahren die Milliardenabgabe ganz kippen. Die Gerichte hatten Zweifel angemeldet, ob der Bund eine solche Steuer erheben darf. Es stehe nicht fest, ob es sich bei der Brennelementesteuer tatsächlich um eine Verbrauchssteuer handelt und der Bund über die Gesetzgebungskompetenz verfüge. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will mit der Atomsteuer von Eon, RWE, EnBW und Vattenfall jährlich insgesamt 1,3 Milliarden Euro kassieren. (dpa/rtr)

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