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Vattenfall zum steigenden Strompreis Vattenfall will Ausgleich für Hartz-IV-Haushalte

Vattenfall rechtfertigt seine kräftige Strompreiserhöhung. Schuld seien Steuern und Abgaben, allen voran die EEG-Umlage. Für Hartz-IV-Empfänger fordert der Versorger öffentliche Unterstützung.

16.11.2012 11:31
Braunkohlekraftwerk von Vattenfall. Foto: dpa

Der Energieversorger Vattenfall begründet seine kräftige Strompreiserhöhung mit stark steigenden Steuern und Abgaben. Vor allem die Ökostrom-Umlage sind für Vattenfall-Vertriebschef Rainer Wittenberg verantwortlich. Die Umlage gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steigt ab 2013 von 3,59 Cent auf 5,28 Cent je Kilowattstunde. „Das sind die wesentlichen Treiber für den Preisanstieg“, sagte Wittenberg am Freitag in Berlin.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass 1,6 Millionen Vattenfall-Kunden in Berlin und 750.000 in Hamburg vom 1. Januar 2013 an knapp 13 Prozent mehr für Strom bezahlen müssen. Auf einen typischen Berliner Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.200 Kilowattstunden kommen nach Vattenfall-Angaben somit monatliche Mehrkosten von 6,45 Euro zu.

Zugleich äußerte Wittenberg Verständnis für Kritik an der Strompreisentwicklung. „Zurzeit ist das Bezahlen der Energiewende sehr auf Privathaushalte fokussiert“, sagte er. „Natürlich haben wir gerade in Berlin viele Hartz-IV-Haushalte, die bei diesem Strompreis ins Wanken kommen.“ Daher sei die Politik gefordert, „für eine sozialverträgliche Verteilung der Kosten zu sorgen“.

Vattenfall ist nicht der einzige Versorger, der seine Kunden informiert. Rund 240 Stromanbieter haben höhere Tarife angekündigt, gibt das Verbraucherportal Verivox an. Im Schnitt gehen die Preise um rund zwölf Prozent in die Höhe.

Keine Angst vorm Blackout

Millionen Verbraucher in Deutschland müssen ab Anfang kommenden Jahres für ihre Stromrechnung tiefer in die Tasche greifen. Knapp 240 Versorger haben nach einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox.de höhere Tarife angekündigt. Für einen Drei- bis Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeute dies Mehrkosten von rund 110 Euro. Betroffen sind auch Kunden der Energieriesen Eon, RWE und EnBW.

Derweil ist die Angst vor möglichen Blackouts eher unbegründet, der Stromausfall in München bleibt die Ausnahme. Die Süddeutsche Zeitung zitiert ein Papier des Bundeswirtschaftsministeriums, das für den Winter eine angespannte, aber beherrschbare Situation prognostiziert. Grundlage seien Berechnungen der Bundesnetzagentur für extrem kalte Tage. Die notwendige Reserve ist durch Notkraftwerke gesichert. (dapd/rtr/jam)

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