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Umlage Erneuerbare Energie Haushalte zahlen happigen Zuschlag für Ökostrom

Für die Stromverbraucher wird es teuer. Sie zahlen für den Ausbau der Erneuerbaren. Die Umlage dürfte im Wahljahr 2013 deutlich ansteigen. Für die FDP ein Wahlkampfthema, für Verbraucherschützer ein Ärgernis. Die Unternehmen sollen auch zahlen.

17.08.2012 18:07
Grüner Strom per Windrad: Die Verbraucher zahlen dafür. Foto: dpa

Die Tabelle verheißt nichts Gutes. Monat für Monat listen die Netzbetreiber auf, wie hoch ihre Einnahmen aus der Ökostrom-Umlage sind und wie viel Vergütungen sie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an Betreiber von Windrädern, Sonnenkollektoren oder Biomasse-Anlagen überweisen müssen. Im Mai rutschte der Saldo ins Minus. Inzwischen klafft ein Loch von 1,15 Milliarden Euro in der Kasse. Tendenz steigend.

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die EEG-Umlage zum Jahreswechsel kräftig steigen wird. Aus dem Topf erhalten Ökostrom-Produzenten die Differenz zwischen dem Marktpreis für Energie und dem festen Fördersatz erstattet. Zuletzt gab es 16,4 Milliarden Euro an Subventionen. Dafür müssen die Kunden 3,59 Cent je Kilowattstunde zahlen (siehe Grafik). Weil der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft boomt, könnte die Umlage 2013 laut Schätzungen auf 5,3 Cent klettern. Ein Durchschnittshaushalt würde dann jährlich mit 185 statt 125 Euro belastet. Ohne Mehrwertsteuer, versteht sich.

Ein happiger Aufschlag. Die FDP hat das brisante Thema früh erkannt. So trommelt Wirtschaftsminister Philipp Rösler seit Wochen für eine massive Kürzung der EEG-Fördersätze. Sein Parteifreund Christian Lindner möchte das EEG ganz abschaffen. Doch das ist nicht so einfach. „Es ist unrealistisch anzunehmen, dass eine weitere Novellierung in den nächsten Monaten realisierbar wäre“, mahnt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Die Ökostrom-Produzenten haben eine 20-jährige Bestandsgarantie.

Viele Unternehmen befreit

Opposition und Umweltverbände dringen daher auf eine gerechtere Verteilung der Kosten. Tatsächlich sind die energieintensiven Betriebe weitgehend von der EEG-Umlage befreit, was rund 2,2 Milliarden Euro kostet. Immer mehr Firmen lassen sich zudem aufgrund einer schwarz-gelben Sonderregelung auch von den Netzentgelten freistellen, wodurch eine weitere Milliarde Euro ausfallen dürfte. Gerade hat das Kabinett eine Neuregelung der Ökosteuer beschlossen, die die Industrie ebenfalls begünstigt. Schließlich will Minister Rösler die milliardenschweren Haftungsrisiken für die Windparks auf hoher See kurzerhand den Stromkunden aufbürden.

Dass gerade Rösler nun über die hohen Strompreise klagt, entbehrt also nicht der Pikanterie. Auch die Kanzlerin ist alarmiert. „Wir tun alles, um die Energiewende so zu gestalten, dass die Preise bezahlbar bleiben“, hat Angela Merkel versprochen. Man darf gespannt sein.

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