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Kommentar Atomkraft Triumph über Atomindustrie

Die Kerntechnik in Deutschland hat keine Zukunft. Die Atomindustrie schaut ihrem Ende entgegen. Ein Comeback im Ausland ist nicht abzusehen. Ein unwiderruflicher Triumpf der Anti-AKW-Bewegung.

06.11.2012 10:42
Triumph: "Atomkraft? Nein danke" Foto: dapd

Ungeliebt, bedrängt, bekämpft, und das über Jahrzehnte: Eigentlich ist es überraschend, wie stark die Atomindustrie in Deutschland bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima war. Doch jetzt ist das Ende absehbar. Es wird sich sehr lange hinziehen, weil die letzten Reaktoren in zehn Jahren abgeschaltet werden und dann noch einmal viele Jahre vergehen, bis sie abgerissen sind. Wir brauchen die Kernkrafttechnik(-er) noch, um den Ausstieg aus der Hochrisiko-Technik Atomkraft so sicher wie nur möglich hinzubekommen.

Jenseits des Rückbaus hat die Kerntechnik in Deutschland jedoch keine Zukunft, auch nicht als Wirtschaftszweig. Wenn überhaupt noch Länder bereit sind, nennenswerte Summen in den Bau neuer Kraftwerke zu investieren, dann nicht in Mitteleuropa, sondern in Ländern mit schnell wachsendem Energieverbrauch und geringerem Sicherheits- und Umweltbewusstsein, also in Russland, China und Indien. Dort wird aber darauf Wert gelegt, dass möglichst viel eigene Technik zum Einsatz kommt, damit der Bau der enorm teuren Kraftwerke wenigstens die eigene Wirtschaft ankurbelt.

Nein, es wird kein Comeback geben, das Schicksal nicht nur der deutschen Kernkraftwerke, sondern auch der deutschen Atomindustrie ist besiegelt. In 20, 30 Jahren wird die Kernkraft nur noch eine Exotenbranche sein.

Der Triumph der Anti-Atomkraft-Bewegung wird damit komplett und unwiderruflich.

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